vergrößernverkleinern
SPORT1-Redakteur Holger Luhmann zur entfachten Fair-Play-Debatte des 1. FC Köln © Grafik SPORT1

Nach dem 1:1 in Hoffenheim entfachen die Kölner eine Diskussion über verrohte Sitten. Ihr Lamento richtet sich gegen die Falschen und ist unangebracht. Meinung.

Hängt das Fair Play am Kreuz der Bundesliga? Geopfert dem Druck, dem Kommerz, dem gnadenlosen Kampf um Erfolg?

Dieser Eindruck konnte am Sonntagabend nach dem 1:1 von 1899 Hoffenheim gegen den 1. FC Köln entstehen.

Kölns Spieler und Verantwortliche erzürnte das Hoffenheimer Verhalten, die nach einem – nicht geahndeten - Foul an Lukas Klünter weiter spielten, obwohl der Spieler augenscheinlich mit Schmerzen auf dem Rasen lag. Im Anschluss fiel Kevin Vollands Tor zum 1:1 in der Nachspielzeit.

Video

Kölns Lamento ist verständlich, doch es ist trotzdem unangebracht.

Richtig ist: Das Fair Play gebietet, dass die gegnerische Mannschaft den Ball ins Aus befördert, damit ein verletzter Spieler zügig behandelt werden kann.

Richtig ist aber auch, dass schon häufig genug Spieler in der Schlussphase einer Begegnung Verletzungen vorgetäuscht haben, um Zeit zu schinden.

Deshalb gibt es eine klare Regelung. Der Schiedsrichter hat in eben so einer Situation das Spiel zu unterbrechen.

Nun hat Deniz Aytekin aber weder das Foul an Klünter geahndet, noch einen Grund für eine Unterbrechung gesehen.

Der Kölner Zorn richtet sich folglich gegen die Falschen.

Hoffenheim an den Pranger zu stellen, ist polemisch.

Mit der entfachten Grundsatzdiskussion über den vermeintlichen Tod des Fair Play bemänteln die Kölner nur ihre - berechtigte - Enttäuschung über das späte Remis. Nicht mehr und nicht weniger.

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel