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Ivo Hrstic
© SPORT1/Getty Images

Die Meisterschaft ist noch nicht entschieden - weil der starke BVB nicht einknickt. Bayerns großen Zielen könnte das zugute kommen, meint SPORT1-Director Digital Ivo Hrstic.

Der FC Bayern feiert auch am 31. Spieltag immer noch nicht die deutsche Meisterschaft. Eigentlich ist diese Tatsache keine Meldung wert, aber möglicherweise umso wichtiger für das anstehende Champions-League-Duell gegen Atlético Madrid.

Ein früher Meistertitel war in den vergangenen beiden Spielzeiten eher Fluch als Segen für den Rekordmeister. Die verloren gegangene Spannung in der Bundesliga kam später in den Champions-League-Halbfinals gegen Barca und Real nicht mehr zurück.

In dieser Saison ist das anders, der FC Bayern bekommt dank einer starken Dortmunder Borussia nichts geschenkt und ist deshalb gezwungen konzentriert und fokussiert im Drei-Tages-Rhythmus Leistung zu liefern. Anders als gewohnt wird weniger gezaubert, sondern vielmehr effizient und diszipliniert Fußball "gearbeitet", der 2:0-Erfolg in Berlin ist ein Beleg dafür.

Zum ersten Mal in dieser Saison gab Bayern weniger Torschüsse ab als der Gegner. Aktuell dominiert ein Kämpfer wie Arturo Vidal das Spiel der Münchner, die Zeit für Künstler ist offenbar noch nicht gekommen.

Ich gehe fest davon aus, dass der FC Bayern München und Pep Guardiola das Champions-League-Finale erreichen werden, die Voraussetzungen sind besser als in den beiden Vorjahren. Dortmunds Stärke hilft dem FC Bayern.

Die Leistung von Borussia Dortmund ist gar nicht hoch genug zu bewerten. Mit 74 Punkten nach 31 Spieltagen verzeichnet der BVB die beste Bilanz seiner Bundesliga-Geschichte.

Selbst wenn am Ende kein Titel für den BVB rausspringen sollte, ist die Borussia für mich die Erfolgsgeschichte des Jahres. Thomas Tuchel hat bereits in seinem ersten Jahr die Bilanz eines Meistertrainers, nur eben ohne Happy End. Trotzdem hat diese Leistung höchste Anerkennung verdient.

Besonders beeindruckend war für mich Dortmunds Antwort auf das schmerzhafte Ausscheiden in der UEFA Europa League in Liverpool. Wer einen drohenden Knacks vorausahnen wollte, wurde eines Besseren belehrt. Die Schwarzgelben überzeugten in dieser Woche mit drei Siegen und 9:0 Toren gegen Hamburg, Hertha und Stuttgart. Und das immerhin ohne Topstürmer Pierre-Emerick Aubameyang.

Die wiedererstarkte Borussia tut der Bundesliga und dem FC Bayern gleichermaßen gut.

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