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Augsburg - Augsburg schöpft im Abstiegskampf dank Alfred Finnbogason wieder Hoffnung, Stuttgart dagegen strauchelt. Sportdirektor Robin Dutt schlägt Alarm.

Es war eine Aussage wie ein Peitschenhieb.

"Wir haben uns in der ersten Halbzeit zu passiv gezeigt. Trotzdem ist nichts groß entstanden, bis Georg Niedermeier einen Stockfehler hatte", sagte Stuttgarts Trainer Jürgen Kramny nach dem 0:1 im Schwaben-Derby beim FC Augsburg.

Der VfB steckt wieder mitten im Abstiegskampf der Bundesliga - und erinnert an schlimme Zeiten zu Saisonbeginn unter Vorgänger Alexander Zorniger.

Seit fünf Spielen ohne Sieg

Es ist nicht nur, dass Kramny - wie Zorniger einst - in aller Öffentlichkeit verbal auf die eigenen Spieler einschlägt.

Auch die Statistik gibt Anlass zu schlimmsten Befürchtungen.

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Nur eines der letzten neun Spiele konnte gewonnen werden, unter Jürgen Kramny warten die Cannstatter nunmehr seit fünf Spielen auf einen Sieg.

Dutt schlägt Alarm

"Jetzt", sagte der VfB-Trainer, während ein Augsburger Betreuer Landjäger und Brötchen in die FCA-Kabine trug, "jetzt geht's um die Wurst."

Der fünfmalige Meister ist einer der großen Verlierer des 30. Spieltags.

Sportvorstand Robin Dutt schimpfte über eine "absolut inakzeptable Leistung".

Kramnys Plan, Augsburg mit zwei Stürmern anzulaufen und so in Pressingsituationen zu kommen, schlug fehl. Der FCA entzog sich durch geschicktes Verlagern dem Zugriff. Winterzugang Alfred Finnbogason belohnte den couragierten Auftritt nach einem schweren Patzer von Niedermeier mit seinem fünften Treffer (36.) zum siebten Sieg gegen Stuttgart hintereinander.

"So darf man sich nicht hängen lassen"

"So", polterte Dutt, "darf man sich nicht hängen lassen." Das sahen auch die VfB-Fans so, die ihre Mannschaft nach dem Spiel mit gellenden Pfiffen empfingen. Gegen Dortmund am kommenden Samstag, betonte Dutt, sei der VfB so "ohne jede Chance". Danach stehen noch Gastspiele in Bremen und Wolfsburg an, am vorletzten Spieltag kommt Mainz.

© SPORT1

"Der Trainer muss jetzt klare Worte finden", forderte Dutt. Das tat Kramny. "Jetzt sind wir voll mittendrin", betonte er. Wegen der Ausfälle von Kevin Großkreutz, Geoffroy Serey Dié, Daniel Ginczek und in Augsburg auch Lukas Rupp müsse das Team "noch enger zusammenrücken".

Kramny selbst will nach dem "Aufwecker" für Stuttgart wieder "Feuer reinbringen". Wie, das demonstrierte er vor den Reportern, als er zum Ende seiner Ausführungen die Stimme hob. "Jetzt fighten wir und kämpfen und wehren uns!", rief er. Seine Spieler haben ihn in diesem Moment nicht hören können. Es war vielleicht sogar besser so.

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