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Berlin - Heribert Bruchhagen erneuert seine Kritik am Vorgehen der Staatsanwaltschaft im Fall Marco Russ. Frankfurts Vorstandsboss findet es "sehr, sehr, sehr bedenklich"

Der Vorstandsboss von Eintracht Frankfurt, Heribert Bruchhagen, hat erneut Kritik am Vorgehen der Staatsanwaltschaft im Fall Marco Russ geäußert.

"Das deckt sich nicht mit meinen vielleicht naiven rechtsstaatlichen Vorstellungen", legte Bruchhagen im Interview mit SPORT1 nach.

"Das ist für mich schon sehr, sehr, sehr bedenklich, wie man so vorgehen kann. Und wie man dann auch im Nachhinein Sachen begründen kann, die substantiell komplett falsch sind", sagte der 67-Jährige wenige Stunden vor dem Pokalfinale in Berlin.

Eine Dopingprobe hatte erhöhte Werte des Wachstumshormons HCG bei Russ ergeben. Eine ärztliche Untersuchung ergab daraufhin, dass ein Tumor der Grund für diese Werte sei.

Dennoch ging die Staatsanwaltschaft weiterhin den Ermittlungen wegen Dopingverdachts nach.

"Der ärztliche Befund lag vor, die Staatsanwaltschaft hatte Kenntnis davon und traf trotzdem die Entscheidung, das Haus zu durchsuchen. Nachdem ein solches Krankheitsbild vorlag und eindeutig die Begründung für die erhöhten Werte geliefert hat, dass dann direkt vor dem Spiel so fortzusetzen, das ist aus meiner Sicht unbotmäßig", wetterte Bruchhagen.

Die Diagnose bei Russ sei auch für Bruchhagen schockierend gewesen.

"Als der verantwortliche Arzt die Diagnose bekannt gegeben hat, da waren wir alle wie erschlagen. Das ist eine der traurigsten Stunden, die ich in meiner Zeit bei Eintracht Frankfurt habe erleben müssen."

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