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Hertha BSC v SV Darmstadt 98 - Bundesliga
Sandro Wagner erzielte 14 Tore in dieser Bundesliga-Saison © Getty Images

Berlin - Der frühere Herthaner Sandro Wagner macht den Klassenerhalt von Darmstadt 98 in Berlin perfekt und legt sich voller Genugtuung mit den Fans seines Ex-Klubs an.

Sandro Wagner baute sich vor der Hertha-Kurve auf, klopfte auf das 98er-Emblem auf seiner Brust und legte den Zeigefinger provozierend an den Mund.

Voller Genugtuung hatte der Torjäger mit seinem Treffer zum 2:1 (1:1) den Klassenerhalt von Aufsteiger SV Darmstadt 98 perfekt gemacht und seinem Ex-Klub Hertha BSC gezeigt, dass er zu Unrecht von Hof gejagt wurde.

"Jubel war nicht böse gemeint"

"Da sind viele Emotionen dabei. Ich wurde hier nicht so schön weggeschickt", sagte Wagner und versuchte seinen Jubel vor der falschen Kurve zu erklären: "Das war nicht böse gemeint. Gerade die Ostkurve hat mich unterstützt. Aber oben gab es einige, die mich immer ausgepfiffen haben und meinten, ich sei ein Blinder."

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(Die Highlights zu allen Partien des 33. Spieltags in Bundesliga Pur, Sonntag ab 9.15 Uhr im TV auf SPORT1)

Dass ihm Schiedsrichter Felix Brych (München) für seine Jubel-Posen die Gelbe Karte zeigte und kurz vor Abpfiff nach einer Attacke gegen Mitchell Weiser sogar mit Gelb-Rot vom Platz schickte, kümmerte Darmstadts neuen Helden nicht sonderlich: "Wir sind eh gerettet. 14 Tore in einer Saison sind auch genug." (SERVICE: Tabelle der Bundesliga)

© SPORT1

Der Gang in die Kabine wurde dann für den Ex-Berliner noch zum Problem. Wütende Hertha-Fans stürmten am Sicherheitsdienst vorbei und wollten dem Stürmer an die Wäsche. Mit einem kurzen Sprint rettete sich Wagner in die Katakomben des Olympiastadions.

Torjäger deutet Abschied an

Bei den Darmstädtern war Wagner der Held - auch wenn ihm selbst gar nicht danach zumute war. "Ich trinke kein Alkohol und fahre nach München zu meiner Familie", sagte er bei Sky und deutete seinen Abschied an: "Vielleicht war das heute mein letztes Spiel für Darmstadt." Nach wie vor hält sich das Gerücht, dass Wagner zur neuen Saison nach England in die 2. Liga wechselt.

Für die Hessen wäre sein Weggang ein herber Verlust. "Er hat eine Riesenrunde gespielt und uns mit seinen Toren in diese tolle Situation gebracht. Ich würde ihn gerne behalten", sagte Trainer Dirk Schuster über seinen Torjäger  (SERVICE: Ergebnisse und Spielplan).

Wie das achte Weltwunder

Die anderen Darmstädter Spieler wollten nach dem Klassenerhalt nur noch feiern.

© SPORT1

"Das ist das achte Weltwunder", meinte Marcel Heller, der den wichtigen Ausgleichstreffer durch Jerome Gondorf (24.) vorbereitet hatte.

"Eine ganz, ganz tolle Sache, für Darmstadt, für die ganze Region", sagte 98-Präsident Rüdiger Fritsch.

Einige Spieler standen noch 30 Minuten nach Spielschluss vor der Kurve des Olympiastadions und feierten mit den 5000 mitgereisten Fans. So richtig hatte keiner am vorletzten Spieltag mit dem Klassenerhalt gerechnet, sogar der Sturz auf Platz 17 war noch möglich. (Statistiken zum Spiel)

"Es ist heute für uns eine riesige Erleichterung", meinte Schuster, der nicht wusste, ob noch gefeiert werden soll.

"Eigentlich wollten wir mit dem Flieger zurück, aber vielleicht nehmen wir den Bus, dann können wir genügend Getränke nachholen", sagte Keeper Christian Mathenia.

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