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Vor seinem letzten Spiel als Sportchef von Schalke 04 nennt Horst Heldt den größten Fehler in seiner Amtszeit. Heldt ärgert sich auch, zu sehr Teamplayer gewesen zu sein.

Vor seinem letzten Spiel als Sportchef von Schalke 04 spricht Horst Heldt über den größten Fehler in seiner Amtszeit.

"Als es darum ging, Thomas Tuchel zu holen, da habe ich dann doch zu sehr auf die Einwände gehört und die gemeinsame Entscheidung gesucht, anstatt es einfach durchzuziehen" sagte Heldt der Süddeutschen Zeitung.

Heldt bereut es, "manchmal zu sehr Teamplayer" gewesen zu sein: "Rudi Assauer oder Felix Magath hätten es wahrscheinlich anders gemacht. Die hätten gesagt: Scheißegal. Das machen wir jetzt so. Die Probleme lösen wir später."

Tuchel ging im Sommer 2015 stattdessen zu Borussia Dortmund und führte den Klub zur Vizemeisterschaft.

Auch den ausgebliebenen Mentalitätswechsel hält Heldt für eines der großen Versäumnisse seiner Amtszeit. "Dass ich es während meiner Amtszeit nicht geschafft habe, hier einen Glauben an die eigene Stärke zu vermitteln, das gehört zu meinen persönlichen Enttäuschungen. Dieser Glaube fehlt hier nach wie vor, im Umfeld und nach innen, der ist anderswo ausgeprägter", sagte Heldt.

Auf Schalke herrsche "schon viel Pessimismus. Aus der Historie heraus wird das Glas eben immer halb leer gesehen. Das ist kein Vorwurf an irgendwen. Doch wenn man es mit anderen Regionen und anderen Vereinen vergleicht, stellt man fest: Es ist einfach so."

Seine Transferpolitik verteidigte Heldt. "Bis auf ein Jahr hatte ich immer eine positive Transferbilanz. Ich konnte mich ja oft nur mit Spielern beschäftigen, die ablösefrei zu kriegen waren. Wenn jetzt die Schlaubischlümpfe sagen, der Ciprian Marica war teuer und ein Flop, dann haben diese Leute keine Ahnung", so Heldt, der jedoch auch Fehlentscheidungen wie die Verpflichtungen von Felipe Santana oder Sidney Sam einräumte: "Diese Transfers haben nicht funktioniert, wie man jetzt weiß."

Heldt wird Schalke nach sechs Jahren als Sportchef verlassen. Der Mainzer Christian Heidel wird ihn ersetzen.

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