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Stuttgart und München - Beim VfB Stuttgart rollen nach dem Abstieg die Köpfe. Nach der Degradierung von Trainer Jürgen Kramny tritt nun auch Präsident Bernd Wahler zurück.

Der Nächste, bitte.

Nachdem am Mittag nach dem ersten Abstieg des VfB Stuttgart nach 41 Jahren Trainer Jürgen Kramny zurück zur zweiten Mannschaft beordert worden war, trat wenig später Präsident Bernd Wahler von seinem Amt zurück.

Bei Sportchef Robin Dutt deuten die Zeichen derweil auf einen Verbleib hin. Dutts Vorteil könnte trotz seiner verheerenden Bilanz beim VfB die Vakanz in der sportlichen Führung sein. Eine lange Suche nach einem Nachfolger können sich die Schwaben zumal nach Wahlers Rücktritt und dem Aus von Kramny eigentlich nicht erlauben.

"Ich glaube eher, dass ich nicht zurücktrete - wir müssen aber erst einmal einiges im Vorstand klären", sagte Dutt am Sonntag Abend im SWR.

Teile der Schuld nahm Dutt auf sich: "In Sachen Trainer", sagte der 51-Jährige, "muss ich komplett die Verantwortung übernehmen."

Ex-Profi Karl Allgöwer, der den Aufsichtsrat in Sportfragen berät, ist als Alternative kaum durchsetzbar. Stattdessen wird nun ausgerechnet Dutts Vor-Vorgänger Horst Heldt gehandelt.

"Übernehme die Verantwortung"

Wahler, der hauptamtlich beim VfB tätig war, zog selbst die Konsequenz aus der sportlichen Talfahrt. "Gestern war ein schwarzer Tag. Es ist noch immer unfassbar, wir sind abgestiegen. Dafür übernehme ich die Verantwortung. Als Konsequenz, und in Absprache mit dem Aufsichtsrat, lege ich mein Amt als Präsident des VfB Stuttgart nieder", erklärte Wahler.

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Und weiter: "Ich danke allen VfB'lern, insbesondere den Mitgliedern und Mitarbeitern des VfB Stuttgart für die Unterstützung, die ich während meiner Amtszeit erfahren habe. Ich wünsche dem ganzen Team, dass sie den begonnenen, harten Veränderungsprozess weiter durchziehen und sich der sportliche Erfolg schon bald wieder einstellt.“

Die Trennung soll nach Rücksprache mit dem Aufsichtsrat in gegenseitigem Einvernehmen getroffen worden sein.

Neuer Präsident gesucht

Über das weitere Vorgehen beim Absteiger sollen laut Aufsichtsrats-Boss Martin Schäfer "zeitnah" die Gremien entscheiden.

Ein Termin für eine außerordentliche Mitgliederversammlung zur Wahl des neuen Präsidenten wird noch bekanntgegeben. Der Aufsichtsrat wird der Mitgliederversammlung satzungsgemäß ein bis zwei geeignete Kandidaten vorschlagen. 

Kramny zurück zur zweiten Mannschaft

Als erste Entscheidung hatte der VfB bekanntgegeben, dass Kramny wieder zur in die Regionalliga abgestiegenen zweiten Mannschaft zurückkehrt. 

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"Sein Vertrag gilt nur für die 1. Liga. Ab jetzt tritt wieder sein vorheriger Kontrakt als Trainer der U23 in Kraft", teilte ein Sprecher mit.

Dass Kramny tatsächlich zur zweiten Mannschaft des Klubs zurückkehrt, die aus der 3. Liga abgestiegen ist, gilt aber inzwischen als fraglich. Kramnys Vertrag endet 2017.

Der 44-Jährige hatte die Schwaben am 24. November 2015 übernommen, konnte den ersten Abstieg seit 41 Jahren aber nicht verhindern.

Drei Nachfolgekandidaten

Wer Kramnys Nachfolger werden soll, steht noch nicht fest. Als Kandidaten werden die derzeit arbeitslosen Markus Gisdol und Jos Luhukay sowie Sandhausen-Trainer Alois Schwartz gehandelt, der eine Ausstiegsklausel im Vertrag hat.

Allerdings will der Zweitligist seinen Coach nicht abgeben. "Es gibt wirklich keinen Kontakt zum VfB Stuttgart", sagte SVS-Sportchef Ottmar Schork SPORT1.

"Es hat sich nichts verändert zur Situation zuletzt. Wir planen mit Alois konkret die neue Saison."

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