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Köln - Werder Bremen steht nach dem Remis in Köln auf dem Relegationsplatz. Beunruhigt ist vor dem Endspiel zu Hause gegen Eintracht Frankfurt aber niemand.

Bloß keine Panik! Die Nerven, die Tagesform und vielleicht sogar das Glück werden im Abstiegsendspiel gegen Eintracht Frankfurt am kommenden Samstag über die Zukunft von Werder Bremen entscheiden.

Doch den zweiten Abstieg nach 1980 will die Nummer zwei der ewigen Bundesliga-Tabelle vor allem mit einem vermeiden: Mit demonstrativer hanseatischer Gelassenheit.   

"Mir geht's gut. Alles in Ordnung", sagte Manager Thomas Eichin nach dem 0:0 beim 1. FC Köln mit einem Lächeln und steckte die Hände dabei lässig in die Hosentaschen: "Wir haben alles in der eigenen Hand, das ist ein gutes Gefühl."

Sportliches Schicksal lässt Skripnik kalt

Und auch Trainer Viktor Skripnik war keineswegs anzumerken, dass sich am kommenden Samstag in nur 90 Minuten das sportliche Schicksal für Werder entscheidet: "Wir sind nicht skeptisch. Wir müssen gewinnen, dann ist alles okay."    

Dabei war am vorletzten Spieltag viel gegen Werder gelaufen. Den möglichen Sieg in Köln "klaute" Schiedsrichter Felix Zwayer mit einer fatalen Fehlentscheidung, der überraschende Erfolg Frankfurts gegen Borussia Dortmund ließ die Bremer auf den Relegationsplatz abrutschen.    

"Aber es war doch schon vorher klar, dass wir ein Endspiel haben werden", meinte Spielmacher Zlatko Junuzovic lapidar. Nicht einmal das zu Unrecht weggepfiffene Tor von Santiago Garcia (25.) - Kölns Keeper Timo Horn war von einem Mitspieler statt einem Bremer gerempelt worden - brachte die Bremer aus der Fassung.     

Eichin: "Müssen damit leben"

"Es nutzt ja nichts", äußerte Eichin: "Wir müssen damit leben. Darüber nachzudenken, macht keinen Sinn." Und auch Kapitän Clemens Fritz biss sich symbolisch auf die Zunge: "Das war ein klares Tor, aber was soll man machen? Wenn ich was sage, sitze ich nächste Woche auf der Tribüne."    

Dies wird schon Fin Bartels tun müssen, denn der Offensivspieler sah (wegen Meckerns!) seine 5. Gelbe Karte.

"Ich wusste es in dem Moment gar nicht, aber jetzt tut es schon weh", sagte der 29-Jährige, der beim furiosen 6:2 gegen den VfB Stuttgart zwei Tore erzielt hatte. Bartels' Sperre ärgerte Eichin dann doch, aber seine Wut richtete sich nicht gegen den Spieler, sondern den Schiedsrichter: "Man muss auch nicht für jeden Scheiß Gelb geben."    

Doch auch ohne Bartels ist der Glaube in Bremen riesengroß.

Werder setzt auf Erfahrung und Fans

"Das wird zwar ein Kopf- und Nervenspiel", meinte Eichin: "Aber wir haben keine Sorgen, dass der Kopf verrücktspielt. Druck ist für uns nichts Neues."

Skripnik lieferte auf die Frage, was ihn zuversichtlich mache, eine lange Liste: "Wegen der Form der letzten Wochen. Wegen der Erfahrung mit solchen Situationen. Wegen unserer Leistungen in den letzten Heimspielen. Und weil das Publikum uns 20 Prozent zusätzlich Energie bringen wird."     

Werder hatte ihm stets vertraut und als einziger Klub der letzten Fünf nie den Trainer gewechselt. Der höchste Saisonsieg gegen Stuttgart und das erste zu null in Köln deuten daraufhin, dass dies belohnt werden könnte. Das Vertrauen in das eigene Können ist in Bremen jedenfalls zurück.

"Wer mehr Angst hat, wird verlieren", sagte Torhüter Felix Wiedwald und kündigte an: "Wir haben keine."    

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