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München - Der Bayern-Verteidiger spricht über die Ausgangslage vor der EM. Er sieht noch viel Trainingsbedarf. Die Youngster nimmt er in die Pflicht.

Er ist der Chef der deutschen Abwehr. Von Jerome Boateng wird vieles abhängen, wie weit die Nationalmannschaft bei der EM 2016 in Frankreich (10. Juni bis 10. Juli, alle Spiele LIVE in unserem Sportradio SPORT1.fm und im LIVETICKER auf SPORT1.de) kommen wird.

Anderthalb Wochen vor Turnierbeginn rüttelt der Bayern-Verteidiger seine Mitspieler auf. Der 27-Jährige sieht noch viele Baustellen im DFB-Team, prophezeit im kicker: "Es wird ein ganz schweres Turnier für uns."

Das Defensivverhalten

Zuletzt bei der Testpleite gegen die Slowakei (1:3) eine Katastrophe. Boateng sieht akuten Trainingsbedarf: "Wir haben gegen die Slowakei nicht gut verschoben, da waren viel zu viele Räume."

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Im Bild-Interview warnt er zudem: "Wir müssen an den Details arbeiten. Das fängt ganz vorne an. Wenn nicht alle mitmachen, dann sieht jede Abwehr schlecht aus." Ein Appell an das Kollektiv: "Wichtig ist das gemeinsame Arbeiten gegen den Ball. Auch auf Standards wird es ankommen." 

Die Personalsituation

Mats Hummels verletzt. Bastian Schweinsteiger noch längst nicht in alter Form. Marco Reus erst gar nicht dabei. Die personellen Probleme im DFB-Kader bereiten auch Boateng Unbehagen. 

Besonders die deutsche Hintermannschaft wird im Turnier wohl völlig neu zusammengewürfelt. Boateng, Hummels, Antonio Rüdiger, Benedikt Höwedes, Shkodran Mustafi - fünf nominelle Innenverteidiger aus fünf verschiedenen Vereinen. 

Der Chef des Quintetts sieht eine Gefahr: "Wir haben in der Konstellation wie aktuell noch nicht so oft zusammengespielt, das ist immer was Neues", sagt Boateng der Bild

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Da Mats Hummels die ersten Spiele wahrscheinlich verpassen wird (Boateng: "Ich weiß nicht, wann er bei 100 Prozent ist, ob er die ersten Spiele schafft"), wird der Bayern-Akteur in der Auftaktpartie gegen die Ukraine vermutlich mit Rüdiger ein Innenverteidiger-Duo bilden.

Im kicker urteilt Boateng: "Ich denke, dass Toni gute Chancen auf den Platz hat. Er ist noch jung, aber er macht einen guten Job und ist sehr lernfähig. Ich hoffe, dass er bei der EM gut drauf ist."

Oder setzt Bundestrainer Joachim Löw doch auf einen Bayern-Block, hat er deshalb Joshua Kimmich nominiert? Der kicker unkt zwar, dass der Bayern-Youngster kurzfristig zum Rechtsverteidiger umgeschult werden soll.

Dennoch traut ihm Vereinskollege Boateng auch einen Platz im Zentrum zu: "Er hat ein Riesenpotenzial. In jedem Training sieht man, dass er lernen möchte. Er ist taktisch gut geschult, und er ist ein Gewinnertyp. Wenn er einen Zweikampf oder ein Spiel verliert, ist er sauer und angefressen."

Genau solche Typen braucht man wohl, um Europameister zu werden. Doch eine Kompetenz geht auch Kimmich ab. 

Die fehlende Erfahrung

Im Vergleich zum WM-Triumph 2014 sind in Frankreich zehn neue Spieler dabei, mit Ausnahme von Mario Gomez spielen alle Neulinge ihr erstes großes Turnier. International sind sie noch grün hinter den Ohren. 

"Durch Philipp Lahm, Miro Klose und Per Mertesacker ist uns Klasse und Erfahrung weggefallen", mahnt Boateng. Über die DFB-Bubis sagt er: "Wir müssen sehen, wie sie da reinwachsen, wie sie solch ein Turnier miterleben. Die EM ist noch mal was anderes als Qualifikationsspiele."

Deutschland ist schon mal entspannter in ein Turnier gestartet. 

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