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Marco Reus und Michael Zorc
Marco Reus (l.) und Michael Zorc verpassten mit dem BVB in den letzten Jahren mehrere Titel nur knapp © Imago

München - Hummels und Gündogan weg, Mkhitaryan auf der Kippe, Reus verletzt: Die Zukunft des BVB ist ungewisser denn je. Ein altes Dortmunder Erfolgsrezept soll die Lösung sein.

Mats Hummels? Schon längst weg. Ilkay Gündogan? Nun auch offiziell weg. Henrikh Mkhitaryan? Muss jetzt bleiben. Zumindest, wenn Hans-Joachim Watzke Wort hält.

"Es ist völlig ausgeschlossen, dass alle drei nächstes Jahr nicht für Borussia Dortmund spielen", sagte der BVB-Geschäftsführer Ende April bei Sky über Hummels, Gündogan und Mkhitaryan - und betonte noch einmal: "Das kann ich ausschließen."

Marco Reus wird Watzke darauf festnageln. Sein erneutes Verletzungspech hat den 27-Jährigen gerade um eine weitere Titelchance bei der EM gebracht. Geht nun noch Mkhitaryan, schwinden auch die Erfolgsaussichten beim BVB - und der zur Identifikationsfigur auserkorene Reus stünde erst mal ziemlich alleine da.

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Noch dazu verletzt, ohne seriöse Einschätzung, ob er zum Saisonstart Mitte August wieder einsatzbereit ist. "Das ist eine bittere Enttäuschung für Marco", sagte Watzke im kicker, "wir werden versuchen, ihn aufzufangen".

Merino und Dembele kommen 

Und wie ginge das besser, als um ihn herum eine Mannschaft aufzustellen, die den übermächtiger denn je wirkenden Bayern Paroli bieten und international in der Königsklasse bestehen kann?

Bisher jedoch stehen den Abgängen der Nationalspieler und Leistungsträger Hummels und Gündogan nur die beiden Youngster Mikel Merino (20, CA Osasuna) und Ousmane Dembele (19, Stade Rennes) gegenüber.

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Genug für die gewachsenen Ansprüche der Schwarz-Gelben? Wohl eher nicht - und deshalb geistern auch noch diverse weitere Namen durch den Westfalenpark.

Rode! Toprak? Bartra?

Die Verpflichtung von Bayerns Sebastian Rode steht kurz bevor. Nur drei Startelf-Einsätze in der vergangenen Bundesliga-Saison sprechen zwar nicht gerade für den 25-Jährigen, im Gegensatz zu Merino und Dembele brächte der ehemalige Frankfurter aber Erfahrung in Bundesliga, Champions League und bei einem internationalen Top-Klub mit.

Eine Lücke klafft nach Hummels' Abgang vor allem noch in der Abwehrzentrale. Sokratis und Sven Bender haben durchaus überzeugt, Neven Subotics Zukunft ist aber weiter fraglich - und ein spielstarker Innenverteidiger stünde den Dortmundern ohnehin noch gut zu Gesicht.

In dieser Hinsicht scheinen die Verhandlungen mit Bayer Leverkusen bezüglich Ömer Toprak ins Stocken geraten zu sein, angeblich ist die Ablösesumme von rund 20 bis 25 Millionen Euro der Knackpunkt. Als Alternative wird Marc Bartra vom FC Barcelona gehandelt, der bei den Katalanen trotz seines Talents seit Jahren nicht über eine Reservistenrolle hinauskommt.

Beispiel Weigl macht Hoffnung

Dass überhaupt ein Spieler des spanischen Meisters mit den Dortmundern in Kontakt gebracht wird, darf den Fans des BVB durchaus Hoffnung machen. Genauso wie das üppige finanzielle Polster, das nicht zuletzt durch die Transfers von Hummels (angeblich 38 Millionen Euro) und Gündogan (25 Millionen Euro für den BVB) vorhanden ist.

Und wer sagt, dass die hochtalentierten Youngster Merino und Dembele nicht direkt durchstarten? Man denke nur an das Beispiel Julian Weigl, der sich binnen eines Jahres vom Zweitligakicker zum EM-Teilnehmer entwickelt hat.

Nicht zu vergessen die Eigengewächse Felix Passlack, erst kürzlich Deutscher Meister mit Dortmunds U 19, und Christian Pulisic, der gerade in den USA einen neuen Soccer-Hype auslöst.

Schließlich waren es 2011 Newcomer wie Mario Götze, Kevin Großkreutz und Marcel Schmelzer, die den BVB zum Titel trugen.

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Stoppt der BVB den Alterungsprozess?

In jener Spielzeit hatten die Dortmunder mit einem Durchschnittsalter von 23,8 Jahren übrigens den drittjüngsten Kader der Bundesliga - in der abgelaufenen Saison 2015/16 mit 26,3 Jahren den drittältesten.

Zurück also zum Erfolgsrezept der jungen Wilden? Gut möglich, schließlich sind sie in Dortmund nicht gerade fürs Geldverprassen bekannt.

Und doch ist Watzke und Sportdirektor Michael Zorc zuzutrauen, dass sie Reus am Ende doch noch einen ganz großen Namen an die Seite stellen.

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