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Marc Bartra steigt an diesem Dienstag bei Borussia Dortmund ins Training ein
Marc Bartra steigt an diesem Dienstag bei Borussia Dortmund ins Training ein © dpa Picture-Alliance

München - Neuzugang Marc Bartra steigt beim BVB ins Training ein. Er ist von Pep Guardiola geprägt und kein Spielertyp wie Mats Hummels. Dennoch soll er ihn ersetzen.

Zum Start bei Borussia Dortmund gab es noch einmal beste Wünsche von der spanischen Abwehr-Legende.

"Viel Glück auf der neuen Etappe", twitterte Carles Puyol auf Katalanisch in Richtung von Marc Bartra.

Der 25-Jährige, der von Puyol beraten wird, absolvierte am Montag seinen ersten Leistungstest bei Borussia Dortmund. Am Nachmittag trainiert er erstmal mit.

Am Donnerstag fährt er mit auf die Asienreise - wo er am Freitag mit dem BVB auf Manchester United trifft (14 Uhr LIVE im TV auf SPORT1).

Es ist ein mit Spannung erwartetes Debüt. Erhofft sich doch jeder Zuschauer erste Antworten auf die Frage, ob der Neuzugang vom FC Barcelona in der Lage ist einzulösen, was der neue Klub sich von ihm verspricht: die Lücke zu füllen, die Mats Hummels hinterlassen hat.

BVB setzt auf Bartra als Hummels-Erben

Aussprechen wird diese Erwartung niemand beim BVB. Ihr Handeln aber spricht dafür, dass sie auf den Acht-Millionen-Euro-Einkauf als Hummels-Erben setzen.

Das Thema Ömer Toprak ist zu den Akten gelegt worden, der ursprüngliche Wunschkandidat wechselt allem Anschein nach erst im kommenden Jahr von Bayer Leverkusen nach Dortmund. Für diese Saison wähnt sich der BVB gut aufgestellt.

Ohne Hummels und Neven Subotic, der bei Trainer Thomas Tuchel durchs Raster gefallen ist und vor einem Wechsel nach England steht. Mit Sokratis, Matthias Ginter, dem variablen Sven Bender - und eben Bartra.

So könnte der BVB in der neuen Saison aussehen © SPORT1-Grafik: Paul Hänel/Philipp Heinemann

Kein 1:1-Ersatz für Hummels

Der Katalane aus dem 2500-Seelen-Dorf Sant Jaume dels Domenys ist ein etwas anderer Spielertyp als Hummels (wobei die wenigsten Verteidiger Spielertypen wie Hummels sind).

Seine Stammposition ist rechts statt links innen und er nutzt den langen, spieleröffnenden Pass weniger exzessiv - wenngleich er sich ebenfalls gern in die Offensive einschaltet, aber eher direkt.

Bartra ist ein Zögling der Barca-Akademie La Masia, Ex-Trainer Pep Guardiola hat ihn geprägt, was unter dem erklärten Pep-Fan Tuchel sicher kein Nachteil ist.

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Dank Guardiola auf dem rechten Weg

"Er hat mich gelehrt, ruhiger zu spielen, den Kopf zu heben und gut auszuwählen, wohin ich den nächsten Schritt mache oder den nächsten Pass spiele", sagte Bartra vor drei Jahren im SPORT1-Interview über Guardiolas Anteil an seinem Spiel: "Davor musste immer alles schnell gehen, ich bin schnell mit dem Ball gelaufen, habe schnell abgespielt."

Mit seinen Qualitäten hat er es zum spanischen Nationalverteidiger geschafft (neun Länderspiele, keines allerdings bei der EM), bei Barca konnte er sich nicht dauerhaft durchsetzen.

In Dortmund will er nun den nächsten Schritt machen. Schafft er es, hat Dortmund seinen Hummels-Erben. Auf Wirtschaftsdeutsch nennt man das: Win-win-Situation.

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