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Carlo Ancelotti ist ein eher ruhiger Vertreter der Trainerzunft
Carlo Ancelotti ist ein eher ruhiger Vertreter der Trainerzunft © Getty Images

Carlo Ancelotti ist der komplette Gegensatz zu Pep Guardiola. Der Italiener wirkt an der Linie stets gelassen. Vor Guardiolas Schatten hat er keine Angst.

Im vierten Spiel unter Carlo Ancelotti hat der FC Bayern München seine erste Niederlage kassiert. Beim International Champions Cup in den USA unterlag der Rekordmeister gegen den AC Mailand mit 6:8 nach Elfmeterschießen.

Der neue Bayern-Coach nahm die Niederlage allerdings gelassen. "Das Ergebnis ist unwichtig. Wir sind noch am Anfang und machen noch Fehler. Wir haben Zeit, uns weiter zu verbessern", resümierte Ancelotti.

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Stets gelassen

Der Italiener zählt, anders als sein Vorgänger Pep Guardiola, zu den ruhigeren Vertretern seiner Zunft. Zum größten Teil wirkt der 57-Jährige an der Linie souverän und gelassen.

Eine Begründung liefert Ancelotti im kicker gleich mit: "Während des Spiels können Sie gar nichts machen. Die Spieler müssen es dann richten und spielen. Da können Sie als Trainer nicht viel verändern."

Nur zwei Minuten Zeit

Anders sehe es allerdings in der Pause aus: "Du hast als Trainer nur zwei Minuten." Da könne er auch schon einmal schreien, um die Spieler zu motivieren. "Aber nicht die ganze Zeit. Denn wenn man die ganze Zeit herumschreit, funktioniert das nicht. Irgendwann hören die Spieler nicht mehr zu."

Damit steht Ancelotti im krassen Gegensatz zu seinem Vorgänger Pep Guardiola, der während des Spiels permanent Einfluss auf die Spieler nimmt und ihnen Anweisungen gibt.

"Ich würde niemals einen Spieler anschreien, weil er gerade eine Chance vergeben hat. Ich schreie nur, wenn er nicht richtig fokussiert ist und die Konzentration fehlt", erläutert der Italiener seine Philosophie.  

Für den Erfolg brauche er aber verantwortungsbewusste Spieler. Jeder Spieler sei für sich selbst verantwortlich. "Ich will und kann das Privatleben nicht kontrollieren. Ich will kein Polizist sein, sondern eine gute Beziehung zu dem Spieler aufbauen."

Nicht in Guardiolas Schatten

Trotz der großen Erfolge seines Vorgängers geht Ancelotti gelassen an die Aufgabe bei den Bayern heran: "Ich spüre keinen Guardiola-Schatten. Er war eben ein fantastischer Teil des Vereins. Ich hoffe, dass der nächste Bayern-Trainer - sagen wir in 20 Jahren - genauso oft auf mich angesprochen wird."

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