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Ingolstadt - Vor dem Test bei den Stuttgarter Kickers spricht Ingolstadts neuer Coach Markus Kauczinski bei SPORT1 über den FCI, Ralph Hasenhüttl und seinen Aufstieg zum Bundesligatrainer.

Für Markus Kauczinski beginnt ein neues Kapitel. 

Nach 15 Jahren als Jugend- und Profitrainer beim Karlsruher SC entschied sich der 46-Jährige im Sommer für einen Wechsel zum FC Ingolstadt.

Die Aufgabe als Nachfolger von Ralph Hasenhüttl geht er mit Feuereifer an.

Vor dem Testspiel bei den Stuttgarter Kickers am Mittwochabend (ab 17.55 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVETICKER) spricht Kauczinski im SPORT1-Interview über den FCI, seinen Vorgänger und seinen Aufstieg zum Bundesligatrainer.

SPORT1: Herr Kauczinski, Carlo Ancelotti hatte von Pep Guardiola eine Botschaft an der Wand in seinem Trainerbüro. Hat Ihnen Ralph Hasenhüttl auch etwas Nettes hinterlassen?

Markus Kauczinski: Nein. Wir hatten keinen Kontakt. Das ist auch nicht notwendig, weil jeder genug Stress hat. Ich drücke ihm beide Daumen für seine Aufgabe bei RB Leipzig. Und ich denke, dass auch er umgekehrt dem FC Ingolstadt und mir alles Gute wünscht.

SPORT1: Wie gehen Sie die Nachfolge eines Trainers an, dem ganz Ingolstadt zu Füßen lag? 

Kauczinski: Es ist gar nicht so schwer, wie alle denken. Ich bin froh, dass der FCI Erfolg hatte. Ich sehe das auch nicht als riesengroße Fußstapfen an. Wir gehen unseren eigenen Weg und machen etwas ganz Neues. Wir werden nicht dem hinterherlaufen, was früher war, sind aber optimistisch, dass wir an den Erfolg der vergangenen Jahre anknüpfen können.

SPORT1: Das dürfte nicht leicht werden. Mit Ramazan Özcan, Benjamin Hübner und Danny Da Costa sind drei wichtige Spieler weg.

Kauczinski: Dass Spieler einen Verein verlassen, ist normal. Der Transfermarkt kommt erst in Schwung, die Engländer greifen noch an. Bis auf Bayern sind alle noch im Unklaren. Es gibt immer den größeren Klub, der in deinem Gewässer fischt. Damit müssen wir leben. Veränderung gehört zu diesem Geschäft.

SPORT1-Reporter Reinhard Franke (r.) traf FCI-Coach Markus Kauczinski in Ingolstadt zum Interview

SPORT1: Sie sagen, Sie passen nach Ingolstadt. Warum?

Kauczinski: Ich fühle mich einfach wohl. Man hat in der abgelaufenen Saison diese mannschaftliche Geschlossenheit gesehen. Ich habe gespürt, dass viele Menschen einiges für diese Leidenschaft und Liebe, die in diesem noch sehr jungen Verein steckt, getan haben. Ich habe das so empfunden, als wäre der FCI ein kleines Baby. Alle waren sehr kämpferisch und euphorisch, das hat mir imponiert. Und davon will ich ein Teil sein. Die Erwartungen sind nicht zu niedrig, aber auch nicht zu hoch. Wir wollen vielleicht ein bisschen mehr, aber jeder hier kann das einschätzen. Und das sind gute Voraussetzungen.

SPORT1: Für einige Ihrer Kollegen sind in diesem Sommer Ablösesummen gezahlt worden. Was halten Sie davon?

Kauczinski: Das ist eine Aufwertung für die Trainer. Man hat erkannt, dass der Trainerjob eine Schlüsselposition ist. Dann finde ich es auch schlüssig, dass Geld dafür bezahlt wird, wenn Trainer aus den Verträgen rausgekauft werden.

SPORT1: Sie sagten zuletzt, dass Ingolstadt ein Sprungbrett ist. Ist der FCI also nur eine Durchgangsstation?

Kauczinski:(lacht) Das wurde aus dem Zusammenhang gerissen. Der Begriff Sprungbrett ist falsch, denn er klingt tatsächlich nach Durchgangsstation. Bei den Spielern soll der Verein der nächste logische Schritt sein. Ähnlich ist es bei mir. Wir wollen keine Stars von außerhalb holen, die nicht wissen, was sie hier sollen. Wir haben Jungs geholt, für die die Bundesliga eine riesige Motivation ist. Von dieser Motivation leben wir. Ich bin davon überzeugt, dass man hier heimisch werden kann. Das zeigen auch Marvin Matip und Pascal Groß, die ihre Verträge verlängert haben. Auch die zwei glauben an unseren Weg.

SPORT1: Ähnlich wie Leipzigs Trainer Ralph Hasenhüttl und Schalke-Coach Markus Weinzierl waren auch Sie kein großer Spieler, sind aber heute ein erfolgreicher Trainer. Wie ist das möglich?

Kauczinski: Früher war es fast schon eine Voraussetzung, dass man ein erfolgreicher Ex-Profi sein musste, bevor man Trainer wurde. Heute geht es wirklich nach dem, was man leistet. Es gibt da keinen Königsweg. Ich bin der Ersten Liga nicht nachgerannt. Ich bin mit meinem Weg sehr zufrieden, er war sehr kontinuierlich. Es hat etwas gedauert, aber ich war in den Klubs, wo ich war, immer gut aufgehoben. Ich musste auch nicht immer nach dem Höchsten streben.

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