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Nach 167 Tagen Pause feiert Holger Badstuber beim Testspiel gegen Milan sein Comeback für den FC Bayern. Ein Fehler führt zum 0:1, doch Trainer und Mitspieler freuen sich.

23 Minuten waren bei Holger Badstubers Comeback vergangen, als der Verteidiger sich selbst ein wenig um den Lohn brachte.

Im Spiel des FC Bayern München gegen den AC Mailand im Rahmen des International Champions Cup in Chicago versprang Badstuber der Ball bei einem Querpass. Milans M'Baye Niang nutzte den Stoppfehler des Verteidigers, sprintete Richtung Tor und traf zum 1:0. Badstuber versuchte noch erfolglos, den 21 Jahre alten Stürmer mit einer Grätsche aufzuhalten.

Nach sieben weiteren Minuten, Franck Ribery hatte gerade den Ausgleich geschossen, holte Trainer Carlo Ancelotti den Pechvogel vom Platz.

"Er hat es gut gemacht"

Das Urteil des Trainers fiel trotz Badstubers Aussetzer wohlwollend aus. "Es war unser Plan, ihn nur 30 Minuten spielen zu lassen. Das war gut für ihn nach der langen Pause. Er hat es gut gemacht", sagte Ancelotti.

Der Trainer ist ohnehin keiner, der seine Spieler wegen technischer Fehler anprangern würde. "Ich schreie, wenn einer nicht richtig fokussiert ist, wenn es an Konzentration fehlt", sagte er im kicker.

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"Für gewöhnlich kritisiere ich eher die mentalen Aspekte, aber nicht die technischen Fehler oder so etwas. Ich war selbst ein Spieler. Ich weiß, dass du manchmal Fehler machst. Aber deine Mentalität und deine Professionalität kannst du kontrollieren. Zu jeder Zeit."  

193 Pflichtspiele verpasst

Fünf Monate oder 167 Tage hatte Badstuber dieses Mal nach seiner Knöchelverletzung an seinem Comeback gearbeitet, der 27-Jährige ist ja mittlerweile nicht nur Verletzungs-, sondern auch Comebackkönig der Bundesliga.

Wegen mehrerer Kreuzband-, Sehnen- und Muskelrisse verpasste Badstuber seit Dezember 2012 satte 193 Pflichtspiele der Bayern. Doch nach jeder Verletzung ackerte er sich zurück. Badstuber ist so zum Vorbild geworden, zum Symbol des Durchhaltewillens.

"Das tut ihm gut"

Nach seinem Comeback in Chicago, Bayern verlor nach dem 3:3 nach regulärer Spielzeit schließlich im Elfmeterschießen, machte Badstuber noch einige Fotos mit Fans, ehe er wortlos zum Bus stapfte.

Bis auf seinen Fehler war sein Spiel okay gewesen. Klar, das Gefühl für Raum und Zeit war noch nicht ganz da, aber wie auch? Ansonsten machte er einen fitten Eindruck.

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"Wir freuen uns alle, dass er wieder ein Spiel gemacht hat auf dem absoluten Topniveau. Das tut ihm gut, das tut uns allen gut", sagte Kapitän Philipp Lahm. "Wichtig ist, dass er wieder auf dem Platz steht, dass er die Wettkampfhärte wieder bekommt."

Am Samstag (ab 23 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVESTREAM) steht für den FC Bayern der nächste Test in den USA an. Dann treffen die Münchner auf Inter Mailand. Badstuber darf dort auf weitere Minuten hoffen.

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