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St. Gallen - Borussia Dortmund verpatzt die Generalprobe für den Supercup. Trainer Thomas Tuchel muss dem neu formierten Team Struktur geben. Der große SPORT1-Check.

Thomas Tuchel war alles andere als zufrieden.

"Das war nicht das, was ich mir vorgestellt habe", sagte der Trainer von Borussia Dortmund nach der verpatzten Generalprobe für den Supercup am Sonntag gegen den FC Bayern.

Das 0:1 am Dienstag im schweizerischen St. Gallen gegen den spanischen Erstligisten Athletic Bilbao hat die Probleme des BVB deutlich offenbart.

Nach dem großen Umbruch muss Tuchel der Mannschaft eine Struktur, eine Identität geben. Die vielen Zugänge müssen zu einer Einheit geformt, die erst kürzlich ins Trainining eingestiegenen EM-Teilnehmer in Form gebracht werden.

Und das alles unter Zeitdruck. Eine Mammutaufgabe.

SPORT1 macht nach der abgeschlossenen Saisonvorbereitung eine Bestandsaufnahme des neuen BVB.

- TOR:

Roman Bürki und Roman Weidenfeller werden sich nach SPORT1-Informationen auch in der neuen Saison die Arbeit zwischen den Pfosten teilen. Fest steht damit, dass Weltmeister Weidenfeller auch mit 36 Jahren weitere feste Einsätze für den BVB bekommt. Fraglich ist nur, in welchem Wettbewerb. In der abgelaufenen Saison durfte Weidenfeller in der UEFA Europa League das Tor hüten.

Den Status der Nummer eins lässt Tuchel offiziell bis zur ersten Runde im DFB-Pokal am übernächsten Wochenende offen. Auch wenn Bürki in seiner ersten Saison für die Borussia nicht vollends überzeugte, spricht viel für den 25 Jahre alten Schweizer.

- RECHTSVERTEIDIGER:

Als Stammkraft ist Lukas Piszczek gesetzt. Optionen für den polnischen Nationalspieler sind Matthias Ginter, Erik Durm und auch Eigengewächs Felix Passlack. Der 18 Jahre alte Passlack, der eigentlich offensiver ausgerichtet ist, hinterließ in der zweiten Halbzeit gegen Bilbao auf der Position des Rechtsverteidigers einen guten Eindruck.

So könnte Dortmunds Startelf aussehen © SPORT1

- INNENVERTEIDIGUNG:

Nach dem Abgang von Mats Hummels zum FC Bayern gilt die Abwehrzentrale als Achillesferse. Haudegen Sokratis und Neuzugang Marc Bartra vom FC Barcelona werden wohl das Stammduo in der Innenverteidigung bilden. Beide verfügen aber nicht über die Qualitäten eines Hummels im Spielaufbau. Tuchel sieht zudem die gelernten defensiven Mittelfeldspieler Sven Bender und Mikel Merino in der Abwehr vor. Auch Ginter ist als Innenverteidiger möglich.

 - LINKSVERTEIDIGER:

Mit Marcel Schmelzer und dem neu zum BVB gestoßenen portugiesischen Europameister Raphael Guerreiro ist diese Position vorzüglich besetzt. Schmelzer, der gegen Bilbao als Kapitän auflief, hat aktuell die Nase vorn. Guerreiro befindet sich nach der EM erst seit zehn Tagen wieder im Training und muss sich erstmal in Dortmund einfinden. Großes Potenzial hat der 22-Jährige allemal. Der Südkoreaner Joo-Ho Park ist nur dritte Wahl.

- DEFENSIVES MITTELFELD:

Neuzugang Sebastian Rode, EM-Teilnehmer Julian Weigl und Nuri Sahin kämpfen um den Platz. Für Rode spricht seine Dynamik und Wucht in den Zweikämpfen, für Weigl die große Übersicht. Sahin wird es schwer haben. Zumal, wenn sich Tuchel für ein 4-1-4-1-System mit nur einem defensiven Mittelfeldspieler entscheidet. Der Abgang von Ilkay Gündogan ist schwer zu kompensieren.

- ZENTRALES OFFENSIVES MITTELFELD:

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Die Worte von Mario Götze waren durchaus forsch. Nach seinem unglücklichen, dreijährigen Intermezzo bei den Bayern beansprucht der WM-Held von Rio beim BVB den Platz in der Schaltzentrale. Gegen Bilbao wirkte Götze engagiert, holte einen Handelfmeter heraus und setzte Stürmer Pierre-Emerick Aubameyang einmal gut in Szene. Nun gilt es für Götze, beim BVB zum Toplevel vergangener Zeiten zurück zu finden.

Neben Götze hat Gonzalo Castro als etwas defensiverer Part im internen Duell mit Shinji Kagawa beste Karten auf einen Stammplatz. Der 19 Jahre alte Emre Mor ist ein Wirbelwind, wird aber noch Zeit benötigen, sich kontinuierlich auf höchstem Niveau zu etablieren. Der türkische EM-Teilnehmer kann auch außen spielen.

- OFFENSIVE AUSSENBAHNEN:

Die beiden Neuzugänge Andre Schürrle und Ousmane Dembele sollen über außen für frischen Schwung sorgen und den zu Manchester United abgewanderten Top-Scorer Henrikh Mkhitaryan ersetzen.

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Schürrle will unter Tuchel, unter dem er einst in Mainz groß wurde, zu alter Stärke finden. Dembele ist schnell und trickreich - wie er nicht zuletzt bei seinem sehenswerten Tor im Testspiel gegen ManUnited bewies.

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Und dann ist da ja auch noch Marco Reus, der nach erneuter Verletzung und verpasster EM im August wieder ins Training einsteigen soll.

US-Youngster Christian Pulisic soll einen weiteren Schritt nach vorn machen und wird seine Einsätze bekommen.

- ANGRIFF:

Im groß angelegten Kader des BVB ist Pierre-Emerick Aubameyang im Sturmzentrum als einer von wenigen ohne Alternative. Die Dortmunder werden abermals auf die Tore des Gabuners angewiesen sein. Adrian Ramos wird nicht über die Rolle des Jokers hinaus kommen. Eher vorstellbar ist, dass Dembele hin und wieder in der Angriffszentrale zum Einsatz kommt.

So könnte Dortmunds B-Elf aussehen. Marco Reus muss nach seiner Verletzung viel Rückstand aufholen © SPORT1
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