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Borussia Dortmund v FC Bayern Muenchen - DFL Supercup 2016
Sebastian Rode war beim Supercup gegen seinen Ex-Klub FC Bayern die zentrale Figur im Spiel von Borussia Dortmund. © Getty Images

Dortmund - Sebastian Rode war bei Dortmunds 0:2-Niederlage im Supercup gegen den FC Bayern München der beste Spieler auf dem Platz. Die Zuschauer erleben ihn in einer neuen Rolle.

Sebastian Rodes Abgang vom FC Bayern München mag nicht der feinste gewesen sein. Nach seinem Wechsel zu Borussia Dortmund beschwerte er sich mehrfach in der Öffentlichkeit, dass ihm beim Rekordmeister die Unterstützung gefehlt habe und ihm keiner erklärt habe, wieso er nicht öfter gespielt hat.

Eines kann Rode den Bayern – und seinem dortigen Trainer Pep Guardiola - aber sicher nicht vorwerfen: Dass er in seinen zwei Jahren in München trotz eher nur sporadischer Einsätze nicht besser und vielseitiger geworden wäre.

Prototyp des Mittelfeldmotors

Als Rode 2014 von Eintracht Frankfurt nach München wechselte, war er ein kampfstarker und unermüdlich laufender Spieler, einer jener Typen, für die die schöne Bezeichnung "Mittelfeldmotor" einst erfunden wurde.

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Beim Supercup-Spiel am Sonntag, das die Bayern einigermaßen glücklich mit 2:0 in Dortmund gewannen, erlebten die Fans einen anderen Rode, den Anführer und Schlüsselspieler.

Obwohl er beim 0:1 Torschütze Arturo Vidal zu einfach an sich vorbeiziehen ließ, war er der beste Spieler auf dem Platz. Praktisch überall zu finden, mehr als 100 Ballkontakte, dominant und ordnend, zweikampfstark und unermüdlich.

BVB braucht einen Stabilisator

Trainer Thomas Tuchel hat beim BVB für diese Saison so viele feinfüßige Offensivspieler versammelt wie wohl nur selten ein deutscher Trainer vor ihm.

All die Ousmane Dembeles, Emre Mors, Shinji Kagawas, Marco Reus', Andre Schürrles, Mario Götzes und Co. brauchen aber einen Stabilisator auf dem  Platz.

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Einen Spieler, der die Reihen zusammenhält und die Lücken zuläuft, die bei einem auf so hohem Pressing beruhenden und so offensiv wirbelnden Spielsystem zwangsläufig entstehen. Diese Rolle nimmt momentan Rode ein.

Natürliche Autorität

Wenn sich jemand bei Rodes Wechsel (durchaus zu Recht) gewundert hat, wieso der BVB zwölf Millionen Euro Ablöse für einen Reservisten des FC Bayern gezahlt hat – spätestens am Sonntag sollte er eine erste Antwort bekommen haben.

Dazu kommt: Rode will den Schritt zum Anführer machen. So wies er Dembele nach dessen überflüssiger Verwarnung wegen Ballwegschlagens zurecht.

Nach dem Spiel beschwerte er sich sachlich, aber bestimmt darüber, dass Franck Ribery für seinen Ellenbogenschlag gegen Felix Passlack keine rote Karte sah.

Dabei strahlte er eine natürliche Autorität aus, von der man vor ein paar Monaten noch nicht wirklich gedacht hatte, dass Rode sie ausstrahlen kann.

"Ganz klar, ich möchte zu den Stammspielern gehören. Wir haben viele jüngere Spieler. Diese möchte ich auch führen und damit zum Erfolg beitragen", sagte er, als er auf seine persönlichen Ziele in Dortmund angesprochen wurde.

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Momentan konkurrenzlos

Momentan ist Rode auf seiner Position im defensiven Mittelfeld gesetzt – aber auch praktisch konkurrenzlos.

Julian Weigl ist erst vor ein paar Tagen ins Training eingestiegen nach seinem EM-Abenteuer, Sven Bender ist noch bei Olympia, in Nuri Sahin scheint Tuchel nur noch einen besseren Ergänzungsspieler zu sehen, in Gonzalo Castro eher einen Achter.

Wenn Rode so weiterspielt, wird Tuchel seinen Schlüsselspieler ohnehin kaum wieder aus der Mannschaft nehmen. 

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