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FC Bayern Muenchen Opens Exhibition 'Professional Football Player  - Dream And Reality'
Uli Hoeneß will wieder Präsident des FC Bayern München werden. © Getty Images

München - Uli Hoeneß wird wieder Präsident des FC Bayern. Doch sein Klub hat sich verändert, die Internationalisierung ist unumkehrbar. Was wird er noch zu sagen haben?

Hätte es das unter Uli Hoeneß gegeben? Diese Frage stellten sich nach diversen Marketingmaßnahmen zuletzt viele beim FC Bayern.

Doch diese Frage ist bald wieder obsolet.

Ab November, nach SPORT1-Informationen könnte es der Freitag (18.11.) vor dem Spiel bei Borussia Dortmund werden, wenn die Mitglieder des Rekordmeisters Hoeneß wieder zum Präsidenten gewählt haben.

Bayern hat sich emanzipiert

Uli Hoeneß und der FC Bayern: So richtig getrennt waren sie auch während Hoeneß' Zeit in der Haft nicht. Ab November wird Hoeneß dann aber auch wieder ein Amt haben bei seinem Klub.

Nur: Wie viel wird er dann noch zu sagen haben?

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Keine Frage: Bei seinem Lieblings-Projekt Basketball hat Hoeneß schon längst wieder die Hosen an. Es soll ihm missfallen haben, was Noch-Präsident Karl Hopfner und Vize Rudolf Schels hier für Arbeit verrichtet haben. Nur ein paar Beispiele: Top-Spieler wegen geringfügiger Gehalts-Forderung verloren, Hallen-Bau mit Red Bull abgesagt.

Und auch im Profi-Bereich ist er schon seit längerer Zeit wieder omnipräsent. Was beweist, dass er bei dem ein oder anderen Gespräch bei einer Spieler-Verlängerung mit am Tisch gesessen haben soll.

Dennoch: Der Klub hat sich in den letzten Jahren ein wenig emanzipiert von seinem Patriarchen. Karl-Heinz Rummenigge, der Vorstandschef, ist noch wichtiger geworden. Er stellt mittlerweile in Abwesenheit eines Managers auch die neuen Spieler vor.

Matthias Sammer, den Hoeneß als Sportvorstand installiert hatte, um nach dem verlorenen Finale dahoam der Mannschaft neue Impulse zu geben, ist ja unlängst überraschend zurückgetreten.

Hoeneß fürs Herz

Nun werden Hoeneß und Rummenigge wieder eng zusammenarbeiten. Nach SPORT1-Informationen haben sich die beiden Alpha-Tiere des FC Bayern in Rummenigges Büro über die weitere Vorgehensweise vor Hoeneß' Urlaub nicht nur be- sondern auch abgesprochen.

Hoeneß und Rummenigge haben grundsätzlich keine Probleme miteinander. Die Arbeitsteilung wird auf dem Papier dieselbe sein wie vor Hoeneß' Haftantritt. Der Ex-Manager und Präsident Hoeneß wird der Funktionär fürs nationale und bajuwarische Herz sein, Rummenigge der Vorstandsvorsitzende fürs große, internationale Geschäft. 

Allein: Das Geschäft ist in den letzten Jahren immer wichtiger geworden beim FC Bayern. Gerade in diesem Sommer hat der Klub sein globales Expansionsbestreben massiv vorangetrieben. Trainingslager im Ausland hat es früher schon gegeben, doch dass eine Marketingreise in die USA auch offensiv als solche verkündet wird, ist neu. Auch eine Mannschaftsvorstellung im Internet (!) und auf Englisch (!) galt als undenkbar.

Internationalisierung unumkehrbar

Die Internationalisierung wird Hoeneß nicht mehr umkehren können, vielleicht aber die Kernklientel wieder einfangen, bevor sie sich entfremdet.

Wie sehr sich sein Verein verändert hat, musste Hoeneß schon im März erfahren, als er nach einer eigentlich selbstverständlichen Aussage, dass der damalige Trainer Pep Guardiola, der ja immer auch sein Trainer gewesen war, natürlich gerne die Champions League gewinnen würde, einen Rüffel von Sammer anhören musste.

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Später folgte noch ein kleiner Anpfiff von Rummenigge, als Hoeneß erklärt hatte, dass Mats Hummels "an der Tür" geklopft hätte. "Der Uli hat sich missverständlich ausgedrückt", hatte daraufhin Rummenigge gesagt. Und weiter: "Ich habe mit Uli gesprochen, er hat es jetzt verstanden."

Ancelotti freut sich

Grundsätzlich ist das Präsidentenamt ein repräsentatives. Doch Hoeneß ist ein Macher, das hat er schon während seiner Freigängerzeit bewiesen, als er die strategische Ausrichtung der Jugendarbeit des Rekordmeisters an sich riss. Hoeneß muss gestalten.

Natürlich wird er sich auch künftig wieder einmischen in die Kaderplanung, natürlich wird er sich abends mit Trainer Carlo Ancelotti auf ein, zwei Gläser Wein treffen. Dem Trainer wird es recht sein, er betonte zuletzt immer wieder, wie wohltuend es sei, dass sein neuer Klub von früheren Spitzenfußballern geführt werde.

Lahm als Nachfolger?

64 Jahre ist Hoeneß mittlerweile alt, wenn die Gesundheit mitmacht – und er darauf Lust hat – stehen sicher noch einige gute Jahre als Präsident seines Klubs vor ihm. In dieser Zeit kann er auch gleich seinen Nachfolger einarbeiten – sei es als Präsident oder Manager.

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Es ist kein Geheimnis, dass sich Kapitän Philipp Lahm nach dem Ende seiner aktiven Karriere mehr oder weniger aussuchen kann, welchen Posten er dann beim FC Bayern bekleiden möchte. Ein von Hoeneß ausgebildeter Sportvorstand Lahm, der irgendwann einmal vielleicht sogar Vorstandsvorsitzender oder Präsident wird?   

Das könnte dem Bald-Wieder-Präsidenten Hoeneß gefallen.  

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