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Werder Bremen U19 v 1899 Hoffenheim U19  - German U19 Championship Semi Final First Leg
Willi Lemke sucht sich neue Aufgaben © Getty Images

Bald kein Werder-Amt mehr, der Job bei der UNO fast erledigt - doch der Ruhestand ist Willi Lemke fremd. Der Ex-Manager wird 70 und hat noch eine Botschaft an Uli Hoeneß.

Ab Januar hätte er ganz viel Zeit, aber auch mit 70 Jahren bleibt für Willi Lemke der Ruhestand im Ohrensessel wesensfremd. "70 ist schon eine Nummer, aber das Leben geht schon noch ein bisschen weiter", sagte der langjährige Erfolgsmanager von Werder Bremen.

Mit einem großen Empfang ehrt der norddeutsche Traditionsverein am Freitag das prominente Geburtstagskind.

Lemke bis November im Werder-Aufsichtsrat

Bis Ende November sitzt Lemke noch im Werder-Aufsichtsrat, bis Ende Dezember amtiert er noch als UNO-Sonderbeauftragter für Sport, Entwicklung und Frieden.

Dann erfindet sich Werder-Willi nicht zum ersten Mal neu: "Ich werde nicht nur für die Rosen im Garten verantwortlich sein."

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Mit einer Consulting-Firma will er für Beratertätigkeiten zur Verfügung stehen, "denn ich habe nach so vielen Jahren im Sport mittlerweile ein ganz unglaubliches Netzwerk aufgebaut". Zerplatzt ist indes sein Traum, Hamburg bei seiner Olympiabewerbung für 2024 zu unterstützen.

Riesige Erfolge mit Rehhagel

Auf Menschen zugehen, ihnen zuhören war und ist seit Jahrzehnten die ganz persönliche Stärke des studierten Lehrers, der in Bremen als SPD-Landesgeschäftsführer begann, 1981 Werder-Manager wurde und 18 Jahre lang diesen Klub prägte.

Willi Lemke (r.) nach dem Triumph 1992 mit Otto Rehhagel (l.) © imago

Trainer Otto Rehhagel trimmte die Mannschaft auf Erfolg, Lemke füllte die Kassen - mit dieser Arbeitsteilung einher gingen sehr erfolgreiche Jahre an der Weser, gipfelnd 1992 im Gewinn des Europapokals der Pokalsieger.

"Auch damals gab es so manche Reiberei, aber grundsätzlich hatten wir das Paradies auf Erden", erinnert sich Lemke, der nach seiner ersten Werder-Epoche eine Politkarriere einschlug, die ihn bis in die Bremer Landesregierung als Bildungs- und später als Innensenator trug.

Niederlage bei der SPD

Viele hätten ihn damals auch gern als Bürgermeister und Nachfolger des sehr beliebten Henning Scherf gesehen, doch bei einer parteiinternen Mitgliederbefragung musste er sich seinem drei Jahre jüngeren Rivalen Jens Böhrnsen geschlagen geben.

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Dabei hatte Lemke einst als SPD-Geschäftsführer von niemand Geringerem als Willy Brandt einen wahren Ritterschlag erhalten: "Willi ist der lebende Beweis dafür, dass Sozialisten doch mit Geld umgehen können."

Dazu passende Anekdoten rund um den SV Werder gab und gibt es zuhauf. So wurden schon mal Vertragsverlängerungen auf einem Bierdeckel schriftlich fixiert, am Rande eines Trainingslagers soll Lemke mit einem Bündel Geldscheine mehrere Profis nach dem Besuch eines dubiosen Etablissements ausgelöst haben.

Panzerschrank quetscht Daumen

Und ganz Bremen johlte, als er sich den Daumen bös quetschte - ausgerechnet am Panzerschrank in der Werder-Geschäftsstelle.

Lemkes tiefgreifende Fehde mit seinem Münchner Managerkollegen Uli Hoeneß hat wie kaum eine andere gut gepflegte Feindschaft die Liga geprägt, mittlerweile hat man sich ausgesprochen. "Wir sind ja beide nicht mehr die Jüngsten", sagte Lemke.

Das geplante Comeback des Steuersünders beim deutschen Rekordmeister mag er dennoch nur indirekt bewerten: "Es wird wohl klappen, weil Uli ein Kämpfer ist. Aber vielleicht wird es nicht so leicht für ihn sein, wie er jetzt noch glaubt."

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