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Mario Götze trifft im Supercup mit dem BVB auf Bayern
Mario Götze trifft im Supercup mit dem BVB auf Bayern © SPORT1-Grafik: Philipp Heinemann / Getty Images / Imago

München - Mario Götze muss nach seiner Rückkehr nach Dortmund gleich gegen die Bayern ran. Welche Reaktionen erwarten ihn? SPORT1 fragte bei Fanclub-Vertretern nach.

Erst kehrte Mario Götze seinem Heimatverein Borussia Dortmund den Rücken und wechselte zum größten Konkurrenten Bayern München. Nach drei Jahren an der Isar kommt der Weltmeister nun wieder zurück nach Dortmund.

Ironie des Schicksals: Gleich in seinem ersten Pflichtspiel nach seiner Rückkehr muss er im Dortmunder Signal Iduna Park im Supercup gegen die Bayern ran (ab 20.30 Uhr LIVE auf SPORT1.fm und im LIVETICKER).

Bei seinem ersten Spiel im Bayern-Trikot in Dortmund wurde Götze vom BVB-Anhang beschimpft und ausgepfiffen. So sehr, dass er zum Aufwärmen in den Kabinengang flüchten musste.

Welche Reaktion von den Fans erwartet Götze am Sonntag? Und was denken die Fans über seine Rückkehr?

SPORT1 hat bei Fanclub-Vertretern beider Vereine nachgefragt.

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BVB-Fans: "Die Gefühle sind zweigeteilt"

Eugen Kraas, Schatzmeister und Manager des größten BVB-Fanclubs "Oeventrop-Freienohl":

"Die Gefühle sind ein bisschen zweigeteilt. Viele sind skeptisch, einige sind aber auch euphorisch. Man kann jetzt aber nicht einfach auf den Jungen draufschlagen. Das wäre der größte Fehler, den wir machen könnten.

Ein bisschen Eingewöhnungszeit wird er brauchen. Hier und da wird es vereinzelte Pfiffe geben. Mit Sicherheit! Aber ich bin davon überzeugt, dass sich das in Grenzen halten wird. Wir wollen ja alle den Erfolg für die Borussia. Pfeifen werde ich nicht, aber ein bisschen zwiespältig sehe ich die Sache doch. Die ganz große Begeisterung ist auf keinen Fall da. Das kann man ruhig betonen.

Mario muss einfach durch Leistung überzeugen, Fußball ist ein schnelllebiges Geschäft. Aber wehe es haut nicht hin!

Borussia Dortmund hat ja mittlerweile auch einen guten Kader. Viele junge, hungrige Spieler, die jetzt dazustoßen. Die wittern alle ihre Chance. Da wird es für Mario nicht einfach sein. Das glauben viele Fans. Er muss mit Sicherheit um seinen Stammplatz kämpfen. Marco Reus fällt erst einmal aus, das kommt ihm vielleicht zu Gute.

Aktionen wie etwa Banner gegen Götze oder ähnliches sind im Supercup auf keinen Fall geplant."

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Bayern-Fans: "Irgendwas stimmte nicht"

Hans Gehrlein, Vorsitzender der "13 Höslwanger", einem der größten Bayern-Fanclubs:

"Der Transfer kam ja nicht überraschend, es hat sich schon angedeutet. Dass er jetzt wieder nach Dortmund geht, ist natürlich schon eine Rolle rückwärts, weil da wollte er ja erst weg.

Aber grundsätzlich ist er ein erstklassiger Fußballer, nur bei Bayern hat er es eben nie geschafft. Götze hat sich irgendwie nicht weiterentwickelt. Irgendwas hat ihn blockiert. Wir sind gespannt, wie es mit ihm weitergeht.

Ich kann nur für einen Teil der Fans sprechen, aber es nimmt ihm keiner übel. Bei Bayern gibt es einfach ein anderes Umfeld und bei ihm wollte es einfach nicht klappen.

Sein neuer Haarschnitt und das geänderte Facebook-Bild gleich nach dem Abschied? In Dortmund muss er sich jetzt auch profilieren und dann versucht er eben sich irgendwie neu zu erfinden. Das ist völlig normal im Fußballgeschäft. Bei Sebastian Rode war es ja ähnlich. Der hat ja auch am nächsten Tag gleich gesagt, dass er als Kind in BVB-Bettwäsche geschlafen hat.

Unser Fanclub hat nichts gegen Götze. Das ist anders als bei den Dortmund-Fans. Er hat ja immer gesagt, er ist Dortmunder und dann verlässt er den Verein. Da waren die verständlicherweise sauer. Bei Bayern ist keiner sauer. Er hatte jetzt nicht so ein Bekenntnis zu Bayern, dass man sagen muss: 'Es tut weh, dass er weg ist.'

Was ganz vielen Leuten noch in Erinnerung ist, ist die erste Pressekonferenz in München mit seinem Nike-T-Shirt. Das hat man schon gesehen: Irgendwas stimmt nicht.

Ich glaube aber trotzdem sogar, dass die Bayern-Fans ihm wünschen, dass er wieder gut Fußball spielt. Darum wird es auch keine Aktionen oder Pfiffe von unserer Seite geben."

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