vergrößernverkleinern
FBL-GER-BUNDESLIGA-LEVERKUSEN-HAMBURG-Foot
Strotzt vor Effizienz: Bayer Leverkusens Stürmer Joel Pohjanpalo (r.) © Getty Images

Leverkusen - Der Leverkusener Stürmer brilliert als Joker - seine Quote in den ersten beiden Bundesliga-Spielen ist überragend. Dabei war der Finne bei Bayer gar nicht eingeplant.

Stürmern wird gerne das Attribut "eiskalt" verliehen, wenn sie besonders effizient und frei von Nervenflattern den Torabschluss beherrschen. Bei Bayer Leverkusens Joel Pohjanpalo hat dieses inflationär benutzte Wort ausnahmsweise eine Berechtigung.

Als er in der 72. Minute den Platz betrat, lagen die Leverkusener 0:1 zurück. Als er vom Platz ging, jubelten die Bayer-Fans über einen 3:1-Sieg.

Für seinen Hattrick gegen den Hamburger SV brauchte der finnische Stürmer keine 20 Minuten. Es waren seine Treffer zwei, drei und vier in der laufenden Saison, für seine sehenswerte Torausbeute brauchte er genau vier Versuche.

Audio

Pohjanpalo freut sich: "Unglaublich"

100 Prozent, eiskalt eben. Auch seinem Trainer gefiel, was er gesehen hatte. "Wir wussten, dass es ein sehr schwieriges Spiel für uns werden würde. Es war ein hartes Stück Arbeit, alle drei Tore waren Bilderbuchtore, fantastisch herausgespielt. Ich denke, der Sieg war am Ende auch verdient, auch wenn es für den Gegner, der so lange geführt hat, bitter war", sagte Roger Schmidt.

Der Volkswagen Doppelpass am Sonntag ab 11 Uhr LIVE im TV auf SPORT1

"Das ist unglaublich - ich finde keine Worte dafür. Es läuft einfach gut für mich hier in Leverkusen. Die Trainer geben mir die Chance, mich zu beweisen", frohlockte der 21-Jährige nach seinem Kunststück. Die Chance sich zu beweisen, hätte Pohjanpalo fast nicht bekommen, er war der Kandidat für ein klassisches Leihgeschäft.

Nur weil Leverkusens Routinier Stefan Kießling mit einer Hüftverletzung kämpft, der Zeitpunkt seiner Rückkehr ungewiss ist, darf der Finne sein Können zeigen. Das macht er in der laufenden Saison eindrucksvoll: 18 Ballkontakte reichen ihm für vier Tore.

Bei Bayer steht er zwar seit 2013 unter Vertrag, kam aber bis zu dieser Saison noch kein einziges Mal zum Zug und spielte stattdessen leihweise beim VfR Aalen und Fortuna Düsseldorf. Bei der Fortuna kam Pohjanpalo in der vergangenen Saison auf 1300 Zweitliga-Minuten. Seine Ausbeute: ganze zwei Tore.

Leverkusens Sportchef Rudi Völler hatte zunächst auch keine Erklärung für diese Entwicklung: "Ich glaube, er wird sich heute Nacht einige Male zwicken."

Kollegen oft ans Aluminium

Seine Kollegen in Leverkusen danken ihm jetzt seine neu gefundene Effizienz, denn sie selbst treffen häufig Pfosten oder Latte. Bereits drei Mal knallte der Ball in den ersten beiden Leverkusen-Spielen ans Aluminium. In der vergangenen Saison passierte das insgesamt 26-mal.

Joel Pohjanpalo mit einer überragenden Quote © Im Football

"Der Trainer hat zu mir bei der Einwechslung gesagt: Schieß ein Tor", berichtete der Finne auf englisch, "ein Physio hat sogar gemeint, mach am besten drei." Gesagt, getan. "Danger" wurde er im Trainingslager der Werkskicker in Zell am See getauft, Torriecher bewies er schon 2012 als Teenager bei HJK Helsinki: "Da habe ich nach 2:42 Minuten mein erstes Tor gemacht."

teilentwitternsammelnE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel