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Javier Hernandez wird Opfer eines Laser-Angriffs © Imago

Javier Hernandez moniert bei der Pleite in Frankfurt eine Laserpointer-Attacke. Der Rückschlag wirft die Werkself weiter zurück. Ein Youngster lässt tief blicken.

Kurz vor Schluss bot sich Javier Hernandez die große Chance, eine alles in allem enttäuschende Woche doch noch einigermaßen zu retten.

Da er mit seinem Elfmeter in der 88. Minute aber nur den Pfosten traf, stolperte die Werkself nach dem unnötigen Unentschieden in der Champions League gegen ZSKA Moskau auch auf nationaler Ebene. Das 1:2 (0:1) bei Eintracht Frankfurt war bereits die zweite Bundesliga-Niederlage der jungen Saison, und sie war gar nicht mal so unverdient.

Der Fehlschuss, übrigens der achte eines Bayer-Profis bei den letzten 16 Versuchen, beschäftigte den Mexikaner auch nach dem Spiel. 

Laserpointer blendet Chicharito

Wie auf Bildern zu sehen ist, wurde Chicharito beim Anlauf von einem Laserpointer im Gesicht geblendet. "Er hat mich gestört", umschrieb Hernandez kurzangebunden die Situation. Doch anstatt den Schiedsrichter auf die hinterlistige Aktion eines Zuschauers aufmerksam zu machen, nahm der mexikanische Nationalspieler Anlauf - und scheiterte.

Auch sein Gegenüber Lukas Hradecky hatte die Situation erfasst, sah dies aber nicht als Grund für den Patzer des Schützen. "Für einen Topspieler wie ihn darf das keine Ausrede sein", so Hradecky.

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Hernandez' Coach hatte sich da bereits in die Katakomben verzogen. Äußerlich unbeeindruckt vermittelte Roger Schmidt beinahe den Eindruck, als hätte sein Team gerade Fußball der Extraklasse geboten. Mit den Händen lässig in den Hosentaschen und einem smarten Lächeln auf den Lippen beantwortete der Trainer von Bayer Leverkusen dabei auch noch jede so kritische Frage souverän - doch der Anschein trog.

"Das war ein sehr enttäuschender Ausgang für uns. Drei Punkte aus drei Spielen sind nicht besonders doll", sagte er.

Brandt: "Fehlt an vielen Dingen"

"Es läuft einfach nicht. Wir dürfen den Kopf jetzt nicht hängenlassen, aber es fehlt leider aktuell an zu vielen Dingen", sagte Julian Brandt. Und mit dieser Einschätzung lag der 20-Jährige goldrichtig: Die Abwehr agierte in Frankfurt keinesfalls zu jeder Zeit zuverlässig, aus dem Mittelfeld kamen zu wenig kreative Ideen und im Angriff wurden die wenigen Chancen nicht genutzt.

Umso überraschender erscheint da, dass Schmidt seinen besten Torjäger derzeit in Frankfurt komplett außen vor ließ.

In der 85. Minute griff der Coach bei 1:2-Rückstand zu seiner letzten Patrone, brachte aber zur Überraschung vieler nicht Joel Pohjanpalo, der mit seinem Hattrick als Joker in der Vorwoche den HSV im Alleingang erledigt hatte. Stattdessen sollte Linksverteidiger Wendell mithelfen, die Wende noch zu schaffen.

"Es war nicht alles schlecht", sagte Mittelfeldspieler Kevin Kampl: "Aber es kann sich auch jeder vorstellen, dass wir uns den Saisonstart anders vorgestellt haben. Wir müssen Punkte einfahren, das wissen wir."

Schmidt blickt nach vorn 

Ähnliche Worte benutzte Leverkusens Sportchef Rudi Völler, der für die Partie am Mittwoch gegen den FC Augsburg drei Zähler einforderte, "um den Anschluss an die vorderen Plätze nicht zu verlieren".

Dass es bereits am Mittwoch weitergeht, darüber war Völler froh, "auch wenn englische Wochen für die Spieler sehr anstrengend sind". Die Protagonisten auf dem Feld stört das aber offenbar nicht. "Es ist zwar schwierig, in der kurzen Zeit die Fehler zu beheben. Aber wir werden auch wieder gewinnen", sagte Brandt.

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