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Borussia Dortmund v SV Darmstadt 98 - Bundesliga
Dortmund feiert zum zweiten Mal innerhalb von vier Tagen einen 6:0-Sieg © Getty Images

Dortmund - Borussia Dortmund schießt sich ein: Zwölf Tore binnen 67 Stunden lassen von ganz Großem träumen. Und dass, obwohl Coach Tuchel Topspieler wie Götze und Aubameyang schont.

Thomas Tuchel spielt seit seiner Jugend Tennis, doch das hatte der Trainer von Borussia Dortmund wohl auch selten erlebt:

Ein 6:0, 6:0. Zwölf Tore von zehn verschiedenen Schützen in 67 Stunden lassen den BVB von einer grandiosen Saison träumen. Großes Tennis eben.

Dabei saßen nach Tuchels Rotation noch mehr als 130 Millionen Euro Marktwert auf der Bank.

130 Millionen sitzen auf der Bank

Die geschonten Mario Götze, Pierre-Emerick Aubameyang, Marc Bartra, Andre Schürrle und einige andere Stars sahen von der Bank oder Tribüne aus, wie die Jungstars der Borussia drei Tage nach dem Kantersieg in der Champions League bei Legia Warschau auch Darmstadt 98 bis aufs Blut quälten.

Mario Götze sollte zwar eigentlich noch eingewechselt werden, aber Thomas Tuchel hatte ihn aus gutem Grund am Ende doch auf der Bank gelassen.

"Wir wollten ihn eigentlich einwechseln, um das Thema Heimspiel und Mario Götze auch zu einem guten Ende zu bringen, um ihm diese Bühne zu gönnen", sagte der Coach. "Das war dann nicht möglich, weil Schmelzer angeschlagen war."

BVB "auf dem richtigen Weg"

"Wir haben nicht 14, sondern 18, 20 oder 21 Topspieler", kommentierte Nationalspieler Julian Weigl die vielen Rotationen: "Es wäre schön, wenn ein 6:0 unser Standardergebnis wäre."

Das wird es wohl nicht werden - aber der BVB sieht sich laut Weigl "absolut auf dem richtigen Weg".

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Der Trainer sparte sich hingegen bei der Pressekonferenz demonstrativ jeden euphorischen Satz - für Tuchel zählt nicht die Momentaufnahme, sondern immer das nächste Match.

"Wir haben das Optimum herausgeholt, wir waren aber auch zweimal klarer Favorit. Wir werden am Dienstag und Freitag weiter abgeprüft", mahnte Tuchel: "Wir sind gut beraten, unsere Ansprüche hochzudrücken. Anders geht's nicht."

Pleite gegen Leipzig ist vergessen

Eines hat der BVB schon erreicht: Vom ärgerlichen 0:1 beim Aufsteiger RB Leipzig vor einer Woche spricht kaum jemand mehr. War da was?

"Das war eine gute Reaktion", sagte Sebastian Rode, der wie Doppeltorschütze Gonzalo Castro (7./78.) sogar mit der Hacke getroffen hatte (84.).

Er ärgerte sich sogar noch ein wenig, denn "wir hätten das viel, viel höher herausschießen können". Geht es nach Rode, waren es also "nur" sechs Treffer, laut Christian Pulisic waren dafür aber zwei besonders schöne Tore darunter: "Nein, mein Tor war nicht das schönste, ich denke es war das von Castro oder Rode, das waren wirklich gute Abschlüsse."

Die Ansprüche sind angesichts des gewaltigen Talents im Kader zu Recht hoch. Das überragende Duo Ousmane Dembélé/Raphael Guerreiro (19/22) dribbelte und kombinierte auf links alles durcheinander, Christian Pulisic (54.) traf am Tag vor seinem 18. Geburtstag, zwei weitere Tore bereitete er vor.

Darmstadt dem BVB nicht gewachsen

Auch der eingewechselte Emre Mor, 19, erzielte noch sein Premierentor (88.) in der Bundesliga.

Welchen Wirbel die spielstarke Jugend entfachte, war bestens an den Aussagen von Norbert Meier abzulesen.

"Als neutraler Beobachter hätte man sich daran erfreuen können", sagte der 98-Trainer konsterniert. "Wir waren dem Gegner in keiner Phase gewachsen. Sie sind schlicht nicht unsere Kragenweite. Das 0:6 entspricht absolut dem Spielverlauf."

Die nächsten Gegner dürften schon eher die Dortmunder Kragenweite haben.

Real Madrid schon im Hinterkopf  

Am Dienstag geht es zum VfL Wolfsburg (20 Uhr), am Freitag kommt der SC Freiburg, am Dienstag danach Real Madrid. Dann geht es schon wieder nach Leverkusen.

Mit weiteren Tennis-Ergebnissen ist vorerst nicht zu rechnen - auch nicht, wenn die 130 Millionen Euro wieder auf dem Platz stehen.

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