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Christoph Daum (r.) war von 1981 bis 1990 und von 2006 bis 2009 Trainer beim 1. FC Köln © SPORT1-Grafik: Getty Images/Marc Tirl

München - Der frühere FC-Trainer Christoph Daum spricht bei SPORT1 über den Erfolg bei den Geißböcken und erklärt, warum dieser auch die nächsten Monate anhalten wird.

Christoph Daum verbindet mit dem 1. FC Köln besondere Momente. Der heute 62-Jährige startete 1981 seine Trainerkarriere bei den Rheinländern. Bis 1985 betreute Daum die Amateure, dann war er ein Jahr lang Co-Trainer der Geißböcke. 1986 wurde er Chefcoach der ersten Mannschaft. Mit Erfolg.

Daum führte den Verein zurück in die Spitzengruppe, wurde erst Dritter (1988) und dann zwei Mal in Folge Vizemeister (1989 und 1990). In seiner zweiten Amtszeit brachte er den FC 2008 zurück in die Bundesliga.

Kein Wunder, dass der Verein einen ganz speziellen Platz in seinem Herzen hat. Und natürlich schaut der aktuelle Trainer der rumänischen Nationalmannschaft mit einem zufriedenen Lächeln auf die aktuelle Tabelle.

Daum: "Überragend gestartet"

Nach fünf Spieltagen und rechtzeitig vor dem Spiel beim FC Bayern am Samstag (ab 15 Uhr LIVE in unserem Sportradio SPORT1.fm und im LIVETICKER) belegen die Geißböcke Platz drei. "Der 1. FC Köln ist überragend in die Saison gestartet und hat dabei Selbstvertrauen getankt", sagt Daum zu SPORT1.

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Für den weiteren Saisonverlauf sei dies extrem wichtig: "Das konnten wir letzte Saison beim FC Ingolstadt feststellen und dies wird auch für den FC über die gesamte Vorrunde von Vorteil sein: Der gute Start gibt die Gewissheit, dass sich alle personellen Planungen und die Saisonvorbereitung als richtig herausstellen."

Die Kölner Fans träumen sogar schon wieder vom Europapokal. Doch da bremst Daum die Euphorie. "Es ist sicherlich zu früh, irgendeine Bilanz hinsichtlich des FC oder einer anderen Mannschaft zu ziehen."

Aufwärtstrend als Dauerzustand?

Dennoch erkennt er in Köln vielversprechende Ansätze, die den derzeitigen Aufwärtstrend durchaus zum Dauerzustand machen könnten.

"Es bildet sich durch die positiven Ergebnisse und die hervorragende Tabellensituation innerhalb des Teams und um die Mannschaft herum eine Einstellung heraus: 'Wir können dieses Jahr mehr erreichen, wir haben uns verbessert, wir sind etwas weiter, wir können eine erfolgreiche Saison absolvieren'", meint der für seine besonderen Motivationskünste bekannte Coach.

Abläufe innerhalb des Teams

Vieles spiele sich "im Kopf ab und überträgt sich dann aufs Spielfeld. Die Mannschaft kommt in einen Lauf und die Abläufe innerhalb des Teams werden immer sicherer."

Diese Selbstsicherheit könne und werde den FC "über die gesamte Vorrunde begleiten und auszeichnen."

Die neue Seriosität am Rhein ist für Daum ein ganz wesentlicher Bestandteil des Aufschwungs. Den neuen Erfolg habe sich der Verein "sukzessive erarbeitet". "Und trotz aller nachvollziehbaren Euphorie außerhalb des FC herrscht innerhalb ein realistisches Anspruchsdenken."

"FC wird seinen Weg gehen"

Nach Rang neun in der Vorsaison sei es nun das Ziel, "ein oder zwei Plätze besser abzuschließen als in der vergangenen Spielzeit. Und wenn es dann am Ende sogar vier oder fünf Plätze sein sollten, wird der FC trotzdem weiter seinen Weg gehen."

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Die erfrischende Unaufgeregtheit des FC tue dabei der gesamten Liga gut, findet Daum: "Weil sie mit relativ bescheidenen Mitteln einen maximalen Erfolg nach sich zieht. Die Fans werden die aktuelle Situation überschwänglich auskosten, weil sie dazu in der Vergangenheit weniger Anlass hatten."

Das sei "verständlich, denn Fußball ist Emotion und diese soll auch ausgelebt werden", erklärt Daum, der das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht sieht: "Der FC wird weiter auf einem guten und erfolgreichen Weg bleiben."

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