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Die Bremer schießen in den ersten 60 Minuten in Gladbach nicht ein Mal aufs Tor. Die schwächste Bilanz seit 18 Jahren ist perfekt. Ein Traumtor gibt nur wenig Hoffnung.

Von einem persönlichen Finale wollte Werder-Coach Viktor Skripnik vor der Partie gegen Borussia Mönchengladbach nichts wissen.

"Endspiel – welches Endspiel?", fragte der Ukrainer bei Sky und gab sich hoffnungsfroh, dass er mit seiner Mannschaft den Sturzflug stoppen kann.

"Wir müssen uns auf jedes Spiel vorbereiten, als wäre es ein Finale. So haben wir es auch dieses Mal gemacht. Wir wollen gegen jeden Gegner bestmöglich antreten – so auch heute."

Letztlich sollte aber ein Auftritt seiner Mannen folgen, der dem 0:6 in München zum Saisonstart in kaum etwas nachstand.

"Es war peinlich. Wir konnten froh sein, dass es zur Halbzeit nur vier Gegentore waren", umschrieb ein ernüchterter Zlatko Junuzovic nach dem 1:4 die Lage treffend. Zum ersten Mal überhaupt in der Vereinsgeschichte verlor Werder die ersten vier Pflichtspiele einer Saison.

Wie ein Absteiger stolperten die Hanseaten von einem Fehler zum nächsten und ergaben sich gegen eine eiskalte Borussia hilflos in ihrem Schicksal.

Nach einer halben Stunde, Gladbach führte nach zum teil haarsträubenden Fehlern in der Werder-Defensive bereits 3:0, hatten die Gäste noch nicht einmal aufs Tor geschossen. Zur Pause stand ein mickriges Schüsschen im Statistikbogen.

Die offensive Nicht-Existenz einzig mit dem Fehlen der Leistungsträger Claudio Pizarro und Max Kruse zu begründen, ist zu einfach.

Welche Worte Skripnik in der Pause fand, ist zwar nicht überliefert, und doch drang er offenbar zu seiner Mannschaft durch.

Auch wenn Borussia-Keeper Yann Sommer selbst nach einer Stunde noch keinen Schuss abwehren musste,  zeigte Werder nun im Ansatz offensive Gefahr (zweite Hälfte 8:6 Torschüsse pro Werder).

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Serge Gnabrys Traumtor, sein erstes in der Bundesliga, blieb dennoch das einzige Glanzstück an einem tristen Bremer Abend.

SPORT1 zeigt weitere Daten-Highlights der Partie:

- Dass Werder über 90 Minuten nie wirklich ein Bein auf den Boden bekam, zeigt auch ein Blick auf die Ballkontakt-Statistik. Mit gerade einmal 41 Berührungen war Florian Grillitsch an diesem Samstagabend schon Wertbester seines Teams

- Noch nie zuvor in der Bundesliga lag Werder zur Pause höher als 0:4 zurück

- Werder ist erstmals seit 18 Jahren nach drei Spielen in der Liga noch ohne einen Punkt

- Zum dritten Mal in Folge musste ein Werder-Keeper - am Samstag Jaroslav Drobny, der Felix Wiedwald ersetzte – bereits in der Anfangsviertelstunde hinter sich greifen

- Die Borussia nahm die Einladung indes dankend an und feierte saisonübergreifend den neunten Bundesliga-Heimsieg in Folge. Eine ähnlich gute Serie legten die Fohlen zuletzt vor 29 Jahren hin

- Borussias Taktgeber Lars Stindl gab erstmals in seiner Bundesliga-Karriere zwei Torvorlagen

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