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Dieter Hoeneß (r., Bildmitte: Pal Dardai) war Vizepräsident und Manager bei Hertha BSC

München - Vor dem Spiel des FC Bayern gegen Hertha BSC spricht Dieter Hoeneß bei SPORT1 über das Duell seiner beiden früheren Vereine und eine nette Anekdote.

Für den FC Bayern schoss er zwischen 1979 und 1987 wichtige Tore, für Hertha BSC traf er von 1997 bis 2009 als Manager die Entscheidungen.

Bei Dieter Hoeneß schlagen zwei Herzen in einer Brust, wenn am Mittwochabend seine beiden früheren Klubs in München aufeinandertreffen.

Der Erste empfängt den Zweiten (20 Uhr LIVE in unserem Sportradio SPORT1.fm und im LIVETICKER).

Scherzhaft schrieb die Hertha auf Twitter von einer Vorentscheidung im Spitzenspiel.

Eingespieltheit als Vorteil

So weit will Hoeneß jedoch nicht gehen. "Die Hertha ist noch längst kein Bayern-Jäger", sagt er im Gespräch mit SPORT1.

Für den starken Start der Berliner mit drei Siegen aus drei Spielen hat er eine Erklärung: "Der Hertha kommt mit Sicherheit zugute, dass sie im Grunde genommen mit alter Besetzung spielt. Sie sind eingespielt. Deswegen tun sich die Berliner gerade gegen Teams leichter wie zuletzt Schalke (2:0-Sieg, d. Red.), die sich erst noch finden müssen."

Das allerdings trifft auf die Bayern nicht zu, wenngleich das Team von Trainer Carlo Ancelotti am vergangenen Samstag im Heimspiel gegen den FC Ingolstadt leichte Schwierigkeiten hatte.

"Stolpersteine gab es früher auch"

"Das Spiel lässt keine Rückschlüsse auf die Saison zu", glaubt Hoeneß, "es fehlten noch einige Spieler und es ist für die Bayern gerade jetzt auch wichtig zu gewinnen. Solche Stolperspiele gab es früher auch. Ingolstadt hat auch einen sehr guten Auftritt hingelegt."

Hoeneß ist hocherfreut über die ersten Wochen von Ancelotti. "Man spürt, dass eine gute Atmosphäre in der Mannschaft herrscht. Der Wechsel von Pep Guardiola zu Ancelotti wurde gut vollzogen. Ich bin überzeugt, und das war ich schon bei der Bekanntgabe des Wechsels, dass Ancelotti der richtige Nachfolger für Guardiola ist."

Ancelotti sei "ein etwas anderer Typ, seine Ansprache ist anders und der Umgang mit den Spielern ist anders. Bayern wird mit ihm die Erfolgsstory fortsetzen. Ich glaube fest daran, dass er mit Bayern auch die Champions League gewinnen kann."

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Tauziehen um Dardai

Aber auch die Hertha macht Hoeneß gerade viel Freude. "Sie haben das Ausscheiden aus der Europa League gut weggesteckt. Wichtig war, dass sie gegen Freiburg kurz vor Schluss das 2:1 gemacht hat."

Die Stärke der Hertha sei ihre Kompaktheit, meint Hoeneß. Trainer Pal Dardai habe es "wieder geschafft, das Team auf den Punkt genau hinzukriegen. Deswegen stehen sie da oben."

Doch natürlich wisse Dardai, "dass er sich von diesen neun Punkten nicht blenden lassen darf", es sei aber ein "fantastisches Polster."

Hoeneß hebt jedoch mahnend den Zeigefinger. "So ganz gefestigt ist man nicht, nach dem Aus in Bröndby gab es bestimmt die eine oder andere Frage, die gestellt wurde", sagt er, "aber Dardai kriegt es mit seiner Ruhe und Konsequenz immer ganz gut hin und deshalb glaube ich, dass sich das positiv auswirken wird."

Ein konsequenter Arbeiter war Dardai auch als Mittelfeldspieler während seiner aktiven Zeit. Als Hertha-Profi machte er damals sogar die Bayern auf sich aufmerksam.

So wurde Dardai im Jahr 2000 ausgerechnet von Hoeneß' älterem Bruder Uli, der damals Bayern-Manager war, gejagt. "Dardai stand kurz vor einem Wechsel zu den Bayern", erzählt Hoeneß und fügt schmunzelnd hinzu: "Es war ein richtiges Tauziehen um Pal."

Als Spieler wie ein Trainer gedacht

Bei Dardai gerät Hoeneß ins Schwärmen. "Pal ist ein unglaublicher Kämpfer und er hat einen sehr guten Fußballverstand. Wenn du mit dem Spieler Dardai gesprochen hast und er die erste Scheu abgelegt hatte, dann kamen da sehr wichtige Erkenntnisse von ihm. Er hat schon als Spieler wie ein Trainer gedacht."

Dardai habe "schon damals weit über den Tellerrand eines Spielers hinausgeblickt" und "Fußball damals schon sehr gut verstanden. Deshalb war er sehr wertvoll, unabhängig davon, dass er auf dem Platz immer ein kämpferisches Vorbild war."                 

Zwei Herzen in einer Brust, wie tippt Hoeneß da? "Ich bin davon überzeugt, dass sich die Hertha teuer verkaufen wird, aber Bayern wird gewinnen."

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