Augsburg - Ausgerechnet gegen seinen Ex-Verein Darmstadt fährt Dirk Schuster seinen ersten Heimsieg als FCA-Trainer ein. Es war auch der erste Heim-Dreier seit April.

Das "Rendezvous mit der Ex" aus Darmstadt bringt Dirk Schuster den ersten Heimsieg. Darüber vergisst der Trainer des FC Augsburg sogar das Verletzungspech.

Als Dirk Schuster seine kratzbürstige "alte Liebe" endlich niedergerungen hatte, fiel er seinem neuen "Partner" Stefan Reuter selig in die Arme. "Die Erleichterung ist riesig bei uns", sagte der Trainer des FC Augsburg nach dem teuer erkämpften 1:0 (0:0) gegen seinen früheren Klub Darmstadt 98.

Nach dem ersten Heimsieg seit dem 16. April verdrängte er für einen Moment sogar, dass sich mit Raul Bobadilla gleich der nächste Stammspieler verletzt hatte.

Alfred Finnbogason
Alfred Finnbogason feierte gegen Darmstadt seinen ersten Saisontreffer © iM Football

Durchatmen beim FCA

"Wir waren alle glücklich, als der Schiedsrichter abgepfiffen hatte", sagte Schuster. Manager Reuter konnte sich an den letzten Dreier vor eigenem Publikum schon gar nicht mehr erinnern.

"Gegen Schalke?", fragte er die Reporter. Nein, es war gegen den VfB Stuttgart (1:0), und wie im Frühjahr traf auch im Herbst Alfred Finnbogason (46.) zum goldenen Tor. Selbst Darmstadt-Coach Norbert Meier spürte, dass bei Augsburg "ein Durchatmen über den Sieg da war".

Schuster, sagte Meier schmunzelnd, "kann frohgelaunt nach Hause fahren". Der 48-Jährige war derart befreit, dass er nach einer kurzen Ansprache vor seiner Mannschaft gönnerhaft auf die alten Darmstädter Weggefährten zuging, um diese zu trösten.

Sogar 98-Präsident Rüdiger Fritsch, mit dem er sich nach seinem Abschied aus Darmstadt im Sommer öffentlich gefetzt hatte, klatschte er ab. "Vor und nach dem Spiel schüttelt man sich die Spaten", sagte Schuster, "aber dazwischen ruhten jegliche persönliche Bande."

Neue Verletzungssorgen

Das war auf dem Feld zu spüren. Peter Niemeyer, der unter Schuster in der vergangenen Saison die Klasse gehalten hatte, trat Augsburgs Raul Bobadilla ins Krankenhaus. Der Paraguayer hat sich wohl eine Eckgelenksprengung in der linken Schulter zugezogen. Nach Caiuby (Knie-OP) und Dominik Kohr (Risswunde) ist er der dritte Stammspieler des FCA, der längerfristig ausfällt.

Dass sich Daniel Baier beim Foul von Leon Guwara, das mit Gelb-Rot geahndet wurde (45.+3), nicht ebenfalls schwer verletzte, sei "pures Glück" gewesen, sagte Reuter: "Das war eine glatte Rote!"

Finnbogasons erster Saisontreffer

Schuster beklagte Bobadillas Ausfall. "Er ist einer von zwei Stoßstürmern, der mit sehr viel Wucht und Tempo zum Tor ausgestattet ist", sagte er. Gut nur, dass die andere zentrale Spitze, Finnbogason, erstmals in dieser Saison traf.

"Das war wichtig, wenn du nicht triffst, bekommst du als Stürmer immer Druck", sagte der Isländer, der gegen 98 endlich besser ins Spiel eingebunden war. "Wir brauchen ein bisschen Zeit, um genau zu wissen, was der neue Trainer will", sagte er.

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Schuster lege "sehr viel Wert darauf, kompakt zu sein, wenig zuzulassen", sagte Reuter. Umso glücklicher war der Coach über das zweite zu null in Serie. Sieben Punkte in fünf Spielen stehen zu Buche - "durchschnittlich bis gut", nannte er das.

Darmstadt blieb trotz hohen Einsatzes bei vier Zählern. Weil der junge Guwara "noch lernen muss", wie Meier kritisierte. Und, weil dessen nach dem Platzverweis neu formierte Abwehr beim 0:1 "keine Zuordnung" hatte. So fuhr Schuster als einziger "Darmstädter" guten Mutes heim.

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