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Gelsenkirchen - Bei Schalke hängt der Haussegen nach fünf Bundesliga-Pleiten am Stück gehörig schief. Vor dem Spiel gegen Salzburg spricht S04-Kapitän Benedikt Höwedes über die Situation.

Fünf Pleiten aus den ersten fünf Bundesliga-Spielen - bei Schalke 04 hängt der Haussegen gehörig schief.

Bevor die Knappen die Rote Laterne so schnell wie möglich loswerden wollen, bietet sich ihnen in der UEFA Europa League die Chance auf Frustbewältigung. Nach dem gelungenen Auftakt gegen OGC Nizza (1:0) soll am Donnerstag gegen RB Salzburg der zweite Sieg her (ab 18 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVESTREAM). 

Vor der Begegnung mit den Österreichern spricht Kapitän Benedikt Höwedes im SPORT1-Interview über die Ausgangslage in Europa und die schwierige Situation in Gelsenkirchen.

SPORT1: Wie war die Stimmung in der Kabine in den Stunden nach Hoffenheim, Herr Höwedes?

Höwedes: Die Enttäuschung war natürlich da, hauptsächlich auf der Busfahrt zurück. Heute war aber schon ein leichtes Aufbäumen zu bemerken. Ich glaube, das Schlimmste, das wir jetzt machen können, ist, uns in Selbstmitleid zu ertränken und mit der Situation zu hadern. Jetzt sind wir als Typen gefragt, an dieser Situation zu wachsen, auch als Mannschaft. Wenn jemand versucht, sich alleine dagegen zu stemmen, funktioniert das nicht. Wenn sich einer wichtiger nimmt als die Mannschaft, funktioniert es auch nicht. Die Mannschaft muss geschlossen als Einheit herauskommen und jeder muss für den anderen auf dem Platz arbeiten. Dann schaffen wir das auch.

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SPORT1: Sind schon irgendwelche Maßnahmen getroffen worden? Der Trainer sprach davon, die Tabelle als Bild in die Kabine zu hängen. Hilft das denn in irgendeiner Form?

Höwedes: Ab Dienstag werden wir über das Spiel und mögliche Konsequenzen reden. Fakt ist, dass etwas passieren muss. Es werden alle möglichen Maßnahmen getroffen, die dazu beitragen können, dass wir aus dieser schwierigen Situation wieder herauskommen. Wenn dazu gehört, die Tabelle in die Kabine zu hängen, dann ist das so.

SPORT1: Warum zeigt die Mannschaft diese Einstellung? Ist das eine Qualitätsfrage?

Höwedes: Nein, hauptsächlich ist es eine Mentalitätsfrage. Klar ist, je mehr Spiele man am Stück verliert, desto schwieriger ist es, auf den Platz zu steigen. Die Beine sind schwerer, es ist irgendwie schwieriger, einen Pass zu spielen. Aber jetzt ist die Zeit gekommen, wo wir alle unseren Mann stehen müssen. Dann kommen einfachste Dinge auch wieder zum Tragen und das Glück kommt wieder zurück. Dann kriegt man auch in der 90. Minute noch einen Elfmeter.

SPORT1: Sie haben zuletzt die Situation auf Schalke mit der Pleitenserie bei Borussia Mönchengladbach vor einem Jahr verglichen und dafür Kritik geerntet. Bereuen Sie die Aussage mittlerweile?

Höwedes: Das war nur ein Beispiel. Ich meinte damit nicht, dass es genau so laufen wird. Unsere Situation ist ernst, dessen sind wir uns vollkommen bewusst. Aber ich muss da nichts zurücknehmen, ich stehe zu meiner Meinung. Fakt ist, dass wir in einer schwierigen Situation stecken und dass wir höllisch aufpassen müssen, dass wir dort vernünftig heraus kommen.

SPORT1: Am Donnerstag geht es in der Europa League gegen Salzburg. Ist Europa für Schalke in der derzeitigen Situation eher Lust oder Last?

Höwedes: Es ist ein anderer Wettbewerb, in den wir sehr gut reingekommen sind. Wir haben ein sehr gutes Spiel in Nizza gemacht. Von daher kommt das Spiel vielleicht zur richtigen Zeit, um den Kopf etwas frei zu kriegen. Wir können etwas befreiter aufspielen und stehen nicht unter dem Druck, unbedingt punkten zu müssen, um aus dem Keller rauszukommen. Daher werden wir hoffentlich anders als zuletzt in dieses Spiel reingehen.

SPORT1: Was hat Schalke in Nizza besonders gut gemacht, das in den anderen Spielen vielleicht gefehlt hat?

Höwedes: All das, was auch kritisiert wird. Wir hatten eine hohe Mentalität, eine große Laufbereitschaft und einen guten Zug zum Tor. Wenn wir das wieder umsetzen, werden wir auch in Salzburg gewinnen und auch danach erfolgreich sein. Aber das sind Grundtugenden, die wir einfach auf den Platz bringen müssen. Das hat zuletzt ein wenig gefehlt.

SPORT1: Wäre ein Sieg am Donnerstag schon ein großer Schritt in Richtung K.o.-Runde? 

Höwedes: Darüber können wir reden, wenn es so weit ist. Wir müssen Donnerstag eine gute Performance auf den Platz bringen und alles in die Waagschale werfen. Danach schauen wir dann, was dabei rumgekommen ist.

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