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Gonzalo Castro ist derzeit der Topscorer der Bundesliga und schwingt sich beim BVB zum Chef der Offensive auf. Trotz konstant guter Leistungen ignoriert Joachim Löw den 29-Jährigen.

Vielleicht ist es diese eher unaufgeregte Art, die Gonzalo Castro bisweilen unter den Scheinwerfern durchflutschen lässt.

Im Zusammenhang von Borussia Dortmund reden die Experten ja zumeist über die jungen Neuzugänge.

Auch bei Bundestrainer Joachim Löw stand der 29-Jährige bei der Nominierung für die nächsten Länderspiele einmal mehr nicht auf dem Zettel.

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"Es ist eine Enttäuschung, dass Gonzalo nicht nominiert wurde. Ich habe fest damit gerechnet", machte BVB-Trainer Thomas Tuchel aus seinem Unverständnis keinen Hehl.

Denn Castro hat sich in seiner zweiten Saison bei der Borussia mit konstant starken Leistungen zum Chef auf dem Rasen aufgeschwungen und sich damit auch bei Löw beworben - eigentlich.

SPORT1 erklärt, warum Castro derzeit in absoluter Topform ist.

Der perfekte Gündogan-Ersatz

Nach dem Abgang von Ilkay Gündogan zu Manchester City im Sommer wurden schnell die Rufe nach einem Neuzugang für die Zentrale laut, doch Tuchel ließ sich davon nicht beirren. Er wusste genau, dass er mit Castro den perfekten Ersatz hatte.

Und Castro zahlt Tuchels Vertrauen bislang voll zurück.

Mit seiner Übersicht ist er in der Lage, von der Achter-Position aus das Spiel zu lenken.

"Er ist sehr beliebt, hat einen unglaublichen Fleiß und eine enorme Qualität", zeigt sich Tuchel von seinem Mittelfeld-Chef begeistert: "Es ist ein Traum. Er ist immer da."

Neue Position im Mittelfeld

Dabei hat Castro sein Spiel effektiv modifiziert:

Im Vergleich zur Vorsaison läuft Castro deutlich weniger und bestreitet auch weniger Zweikämpfe.

Das kommt seiner Passquote zu Gute, die mit 88 Prozent für einen Risikospieler wie Castro herausragend ist.

Außerdem schaltet er sich immer wieder selbst in den Angriff mit ein und ist so vor dem gegnerischen Tor brandgefährlich.

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Ein Vorteil für Castro ist, endlich auf seiner Lieblingsposition spielen zu können. "Früher, als Rechtsverteidiger, war die Außenlinie mein stärkster Gegner. Jetzt, im Mittelfeld, fühle ich mich viel freier. Ich habe viele Ballkontakte, kann dem Spiel meinen Stempel aufdrücken", beschreibt Castro seine neue Rolle.

Topscorer der Bundesliga

Castros Entwicklung hat der besten Offensive der vergangenen Saison somit nochmal einen Schub gegeben.

Auch Castro persönlich schraubt an seinen Statistiken. So hat er in dieser Saison bereits vier Tore vorbereitet, liegt in dieser Statistik hinter Bayerns Franck Ribery ligaweit auf Rang zwei.

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Es ist nicht vermessen, vom besten Castro aller Zeiten zu sprechen. Auch wenn er selbst abwiegelt: "Ich würde mich niemals selbst bewerten."

Diese Bescheidenheit - und die starke Konkurrenz im zentralen deutschen Mittelfeld - sind vielleicht sein Problem. Auf sein sechstes Länderspiel wartet er seit nunmehr acht Jahren.

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