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Der Hamburger SV nach der Niederlage gegen RB Leipzig
© SPORT1-Grafik/Getty Images

Beim Hamburger SV sollte alles besser werden. Nach drei Spielen ist aber schon wieder alles wie fast immer. Die Gründe dafür liegen nur zum Teil auf dem Rasen.

Zum ersten Mal seit längerer Zeit herrschte in Hamburg so etwas wie Aufbruchsstimmung in diesem Sommer.

Als Zehnter hatte der HSV eine solide Saison hinter sich und Investor Klaus-Michael Kühne spendierte vielversprechende Neuzugänge für über 30 Millionen Euro. Doch schon nach drei Spieltagen macht sich in Hamburg statt Aufbruchs- wieder Untergangsstimmung breit.

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Das 0:4 gegen Emporkömmling RB Leipzig war ein Offenbarungseid. Wie die Mannschaft von Trainer Bruno Labbadia nach dem 0:1 auseinanderbrach, war atemberaubend. "Dosen demontieren Flaschen", schreibt die Hamburger Morgenpost - und schon ist der HSV wieder in der Abwärtsspirale angekommen, aus der man doch eigentlich nachhaltig herauswollte.

In fünf der letzten sechs Spielzeiten konnte der HSV keines der ersten drei Saisonspiele gewinnen. Nur eine von mehreren Grusel-Statistiken. Und doch liegt das Grundproblem nicht auf dem Rasen. Dass die Stimmung schon nach dem ersten (!) Spieltag und dem Remis gegen den FC Ingolstadt kippte, sagt alles.

Investor Kühne gab in der Länderspielpause Platz sechs bis acht als Ziel aus. Ganz nebenbei zählte er Trainer Bruno Labbadia an. Nach einem Spiel. Wäre der HSV vielen Menschen in Hamburg nicht so wichtig, man könnte fast darüber lachen.

Labbadia sollte eigentlich die Zeit bekommen, um in Ruhe eine neue Mannschaft aufzubauen. Dass Kühne seine Meinung nur über die Medien äußert, ist aber unwahrscheinlich. Fans des HSV hoben ihn am Samstag auf eine Stufe mit dem RB-Mäzen Dietrich Mateschitz. Das war bestimmt nicht als Kompliment gemeint.

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Wo so ein Gemisch aus sportlicher Unzulänglichkeit und Rumoren im Umfeld hinführen kann, dafür gibt es gute Beispiele für die Hamburger. Der VfB Stuttgart und Hannover 96 haben im Sommer mit dem Abstieg in die Zweite Liga bezahlt.

Die einzige Linderung für die HSV-Fans: Beim Nordrivalen Werder Bremen läuft es sogar noch schlechter. Aber ob das als Trost für enttäuschte Hoffnungen reicht?

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