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München - Beim Trainer-Thema treibt Werder eine Grundsatzfrage um. Interimslösung Nouri darf hoffen - doch SPORT1 kennt auch die Planspiele um einen namhaften Ex-Bremer.

Eintagsfliege oder langfristige Lösung? Mann mit Bremer Stallgeruch oder doch einer von anderswo?

Wenn sie das bei Werder Bremen mal selbst so genau wüssten einen Tag vor der Bundesliga-Premiere von Alexander Nouri gegen den FSV Mainz 05 (Mi., ab 19.30 Uhr LIVE in unserem Sportradio SPORT1.fm und im LIVETICKER).

Der Krisen-Nordklub jedenfalls plant nach dem Rauswurf von Viktor Skripnik personell mehrgleisig.

Gut möglich also, dass der aus der eigenen U23 zu den Profis beorderte Interimscoach Nouri im Fall einer Pleite gleich wieder zurück ins zweite Glied rutscht. Was wenig verwundern darf: Zu heikel gestaltet sich die sportliche Situation nach dem katastrophalen Saisonstart mit Pokal-Aus und dem letzten Platz in der Liga.

Breitenreiter, Gisdol, Herzog - und wer noch?

Und so konzentrieren sich die Werder-Bosse für den Fall des Scheiterns mit Greenhorn Nouri parallel darauf, einen gestandenen Fußballlehrer zu verpflichten. Einen, der schnell verfügbar, weil derzeit arbeitslos ist.

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Namen wie Markus Gisdol (zuletzt 1899 Hoffenheim), Andre Breitenreiter (vorher Schalke) und der in Bremen eh immer kursierende Thomas Schaaf lassen also grüßen.

Wenngleich Schaaf nach SPORT1-Informationen kein Thema und Gisdol bis zuletzt eher einem Engagement im Südwesten der Republik zugeneigt war.

Ebensowenig dürfte die Wahl auf den früheren Werder-Profi Andreas Herzog fallen, der als Co-Trainer der USA arbeitet. Trotz Herzogs bei SPORT1 bekundeter Verbundenheit mit den Hanseaten ("Jeder weiß, dass Werder Bremen mein Verein ist und er mir nach wie vor sehr am Herzen liegt").

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Auch Ismael auf Baumanns Liste

Wer dann überhaupt noch in Frage kommt? Wie SPORT1 weiß, denken die Bosse an der Weser aktuell darüber nach, Valerien Ismael ins Trainerboot zu holen.

Der langjährige Bremer Abwehrspieler würde wohl auch nicht lange zögern, seinen Job bei Nord-Regionalligist VfL Wolfsburg II zu Gunsten einer Rückkehr zum SVW aufzugeben.

Im Duell mit Mainz muss es jetzt aber Nouri richten. "Alex wird das Spiel am Mittwoch machen. Wie viele dann noch hinzukommen, kann ich nicht sagen", sagt Werders Sportchef Frank Baumann dazu.

Klingt erst mal nicht unbedingt nach Permanent-Anstellung - und doch könnte es Nouri zum Chefcoach bringen. Sofern der 37-Jährige nach Mainz auch danach die Aufgabe gegen Wolfsburg halbwegs gut löst.

Nouri: Gladbachs Schubert zum Vorbild 

Wie man sich in der Bundesliga durchsetzt, hat nicht zuletzt auch Andre Schubert als ehemaliger Nachwuchstrainer bei Borussia Mönchengladbach vorgemacht.

Wenn Nouri dann außerdem noch bei den heimischen Fans gut ankommt, ließen sich bestehende Bedenken noch mehr zerstreuen.

Das weiß auch Nouri selbst: "Das ist für jeden Trainer, der diese Passion und diese Liebe zum Sport und diesem Spiel hat, definitiv ein Traum", sagt er. Die beängstigenden Zahlen von null Punkten und 2:12 Toren nach drei Bundesliga-Partien will er aus dem Gedächtnis der Grün-Weißen löschen.

"Es sind immer noch Menschen, mit denen du arbeitest", sagt der Mann aus Buxtehude: "Der Grundtenor ist, von jedem ein Stück weit Identifikation zu erhalten, Verantwortung zu vermitteln und zu geben."

Er werde "versuchen, so authentisch wie möglich meine Ideen zu vermitteln."

Damit statt einer Eintagsfliege doch eine langfristige Lösung gedeiht.

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