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Hamburger SV v RB Leipzig - Bundesliga
Dominik Kaiser (vorne) und seine Leipziger Kollegen genießen den Erfolg © Getty Images

Hamburg - Leipzig gelingt mit dem Kantersieg beim HSV der nächste Coup, bei dem erneut die Joker treffen. Der Aufsteiger glänzt aber auch mit anderen Statistiken.

Auch am dritten Spieltag sorgt RB Leipzig für eine weitere Überraschung und düpiert den Hamburger SV 4:0, die Zahlen des Aufsteigers sind dabei beeindruckend.

Zweitbester Aufsteiger seit 2002

Der Aufsteiger aus Leipzig ist in der Bundesliga weiterhin ungeschlagen. Nach dem Remis gegen Hoffenheim, dem Coup über Borussia Dortmund und dem Erfolg in Hamburg stehen die roten Bullen mit sieben Punkten aktuell sogar auf dem zweiten Tabellenplatz hinter dem FC Bayern.

In den letzten 14 Jahren war nach drei Spieltagen nur ein Aufsteiger besser als die Leipziger: Eintracht Frankfurt hatte in der Saison 2012/13 neun Punkte aus den ersten drei Spielen geholt.

Als Neuling in der Bundesliga ist Leipzig sogar so gut wie seit 25 Jahren niemand. Damals startete der letzte DDR-Meister Hansa Rostock nach der fußballerischen Wiedervereinigung Deutschlands mit drei Siegen und 11:2 Toren in seine erste Saison in der Bundesliga.

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Hasenhüttls goldenes Joker-Händchen

Die Leipziger haben ihre bisherigen sieben Tore allesamt in der zweiten Halbzeit erzielt, allein vier dieser Treffer waren Joker-Tore - ein Beweis dafür, dass Trainer Ralph Hasenhüttl ein äußerst glückliches Händchen in Sachen Einwechslungen besitzt. "Die Wechsel haben uns gut getan", kommentierte der RB-Coach.

Gegen den BVB kamen sowohl Vorlagengeber Oliver Burke als auch Torschütze Naby Keita von der Bank, beim HSV traf der eingewechselte Timo Werner gleich doppelt, holte dazu einen Strafstoß heraus und Joker Davie Selke sorgte kurz vor Schluss mit seinem Tor zum 4:0 für den höchsten Auswärtssieg im Profifußball für RB.

Timo Werner
Timo Werner erwies sich gegen den HSV mit zwei Toren und einer Vorlage als Edel-Joker © iM Football

Von Höhenflug keine Spur

Trotzdem war im Lager der Leipziger keine Spur von Euphorie zu spüren. "Wir dürfen es nicht überbewerten", sagte Matchwinner Werner und auch Joker Davie Selke meinte mit ernster Miene: "Es war nicht so deutlich, wie es aussieht."

Dass die Hamburger ausgerechnet gegen Leipzig eine derart herbe Klatsche kassierten, sorgte bei den Fans für zusätzlichen Frust: Noch vor dem Spiel hatten zahlreiche HSV-Anhänger bei einem Protestmarsch ihre Abneigung gegen RB zum Ausdruck gebracht.

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Die Leipziger ließen sich davon jedoch nicht beirren. Die mitgereisten Fans konterten mit Schlachtgesängen über HSV-Investor Kühne ("Ohne Kühne wäre hier ganz nichts los"), die Mannschaft selbst gab die Antwort auf dem Platz.

Die HSV-Fans waren bedient und mussten sich eingestehen: "Wer RB kritisiert, muss auch auf Kühne zeigen".

Nächster Gegner Gladbach

Das nicht nur beim HSV sondern auch bei vielen weitern Traditionalisten kritisch betrachtete Fußball-Projekt aus Sachsen hat am dritten Spieltag erneut gezeigt, welche Rolle es schon in seiner ersten Bundesliga-Saison spielen kann.

Schon am Mittwoch gegen Borussia Mönchengladbach will sich RB erneut von seiner wilden Seite zeigen und den nächsten Traditionsklub stürzen.

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