Video

München - Der FC Bayern des Carlo Ancelotti hinterlässt auf dem Feld einen ganz anderen Eindruck als der von Pep Guardiola - auf dem Statistikzettel allerdings nicht.

Wenn zwei Menschen das Gleiche tun, ist es noch lange nicht dasselbe.

Wenn zwei Trainer die gleiche Mannschaft trainieren, ist das Ergebnis folglich auch nicht zwangsläufig ein identisches.

Als Pep Guardiola im Herbst 2013 seine ersten Arbeitsmonate beim FC Bayern München hinter sich hatte, war die Euphorie groß. Fans und Fachwelt staunten über die spielerische Dominanz der Bayern, Präsident Uli Hoeneß schwärmte von einem Fußball, "wie ich ihn fast noch nie in meinem Leben gesehen habe."

Drei Jahre später hat nun Carlo Ancelotti seine ersten Arbeitsmonate in München hinter sich - und spätestens nach dem 2:2 gegen Frankfurt herrscht Ernüchterung. Fans und Fachwelt wundern sich, wo die spielerische Dominanz hin ist, Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge schlägt Alarm: "Das war nicht Bayern München."

Guardiola hatte die gleiche Bilanz

War es natürlich schon, denn auch wenn ein Verein unter einem neuen Trainer anders spielt, ist er natürlich immer noch derselbe.

Das eigentlich Erstaunliche jedoch: Die Bilanz der ersten Guardiola- und der ersten Ancelotti-Monate ist ebenfalls ziemlich gleich.

Elf Pflichtspiele, acht Siege, zwei Remis, eine Niederlage: Die Ausbeute unter beiden Trainern ist identisch - und die Parallelen beschränken sich nicht nur auf die Oberfläche.

Viele Werte sind identisch

Der Statistikvergleich des Datendienstleisters deltatre offenbart zahlreiche, beinahe unheimliche Ähnlichkeiten zwischen dem Bundesliga-Start Ancelottis und dem Guardiolas.

Die Spielanteile, die Passrate, die Zweikampfquote, die Zahl der Torschüsse - der eigenen wie der gegnerischen: Die statistischen Werte gleichen sich, zum großen Teil sogar exakt.

Die einzigen etwas deutlicheren Abweichungen: Unter Guardiola wurden mehr Pässe gespielt (704:665) und mehr Zweikämpfe bestritten (194:166).

Ancelotti-Zahlen teils besser

Ein paar Dinge laufen unter Ancelotti auf dem Papier sogar besser: Sein Team hat in den bisherigen elf Pflichtspielen noch mehr Tore geschossen als unter Guardiola (30:29) und auch weniger kassiert (5:9).

Die Zahlen sprechen also dafür, dass die Ancelotti-Bayern nicht viel anders spielen als die Guardiola-Bayern mit ihrem vielgerühmten Dominanzfußball (dass der sie dann nicht zum Champions-League-Titel trug: andere Geschichte).

Der Eindruck jenseits der Zahlen ist trotzdem ein völlig anderer - was zum einen Karl-Heinz Rummenigges anderen berühmten Ausspruch bestätigt, dass Fußball eben keine Mathematik ist.

Und zum anderen zeigt: Auch wenn zwei Trainer die gleiche Bilanz haben, ist sie noch lange nicht dieselbe.

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel