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Kapitän Dominik Kaiser hat mit RB Leipzig alle Aufstiege seit der vierten Liga miterlebt © Getty Images

München - Dominik Kaiser hat in Leipzig viele Spieler kommen und gehen sehen. Er selbst trägt mit einer besonderen Eigenschaft zum Erfolg von RB bei.

Als Kind war Dominik Kaiser Fan des FC Bayern. Sympathie empfindet er immer noch gegenüber dem deutschen Rekordmeister. Doch Siege gönnt er den Bayern nur noch auf internationalem Parkett.

Schließlich hat sich RB Leipzig gleich in der ersten Saison in der Bundesliga zum scharfen Konkurrenten der Bayern aufgeschwungen.

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Und insbesondere die Geschichte von Kaiser, der am Sonntag zu Gast im Volkswagen Doppelpass (ab 11 Uhr LIVE auf SPORT1) ist, ist ein ein kleines Fußball-Märchen.

Rückschritt als Fortschritt

Vier Jahre ist es her, dass er nach zehn Spielen für die TSG Hoffenheim das Dasein als Bundesliga-Profi vorläufig aufgab und in die Regionalliga wechselte. Vier Jahre dauerte es, bis er ins Oberhaus zurückkehrte.

Dass er in seinem ersten Spiel gleich traf und Leipzig dabei half, seinen ersten Punkt überhaupt zu holen (gegen Hoffenheim, versteht sich): Es war die Abrundung dieser Geschichte - die mit Blick auf die Entwicklung bei RB keine selbstverständliche ist.

Kaiser hat bei RB zahlreiche Spieler kommen und gehen sehen, 50 Neuzugänge kamen, die sich RB insgesamt knappe 100 Millionen Euro kosten ließ. Kaiser kostete 100.000 Euro. Ein Tausendstel.

Doch nicht zu schmächtig

Dass ausgerechnet Kaiser das Millionen-Kollektiv nun als Kapitän anführt, ist bemerkenswert - auch deshalb, weil die Fußballer-Karriere dem nur 1,71 Meter großen Kaiser nicht gerade in die Wiege gelegt wurde.

Lange galt er als "zu klein" und vor allem "zu schmächtig" für den Schritt Profifußball. Dass er den Schritt dann schaffte, nur um nach einem Jahr gleich drei Schritte zurück zu gehen: Dafür erntete Kaiser von vielen Seiten vor allem Unverständnis.

"Der Schritt war von außen betrachtet vielleicht ungewöhnlich", sagte Kaiser SPORT1.

"Als Spieler mitgewachsen"

Unter Alexander Zorniger wurde Kaiser in der vierten Liga sofort ein wichtiger Bestandteil eines ungeschlagenen Leipziger Teams, doch der wirkliche Durchbruch kam ein Jahr später.

In Liga drei reifte Kaiser zum Führungsspieler. Wie aus dem Nichts entdeckte er zudem seine offensiven Qualitäten, schoss in 37 Spielen 13 Treffer und legte weitere 14 Tore auf - beeindruckende Zahlen für einen zentralen und bisweilen offensiven Mittelfeldspieler.

Angekommen im Unterhaus offenbarte sich eine weitere Stärke des Spielers Kaiser: Wie ein Chamäleon ist er in der Lage, seine Qualitäten dem Spiel seiner Mannschaft anzupassen und je nach Bedarf zu wechseln.

Beispiel gefällig? In Liga drei noch einer der Topscorer, ließ sich Kaiser das Jahr darauf in eine etwas defensivere Rolle fallen und dirigierte von dort aus das Spiel. Für die Tore sorgten andere.

"Ich als Spieler bin immer das nötige Stück mitgewachsen und konnte mich mit steigender Qualität der Mannschaft auch mit meinen Stärken noch mehr einbringen", fasst Kaiser seine beeindruckende Entwicklung zusammen.

Bald in Europa?

Nun also ist Kaiser Kapitän einer jungen Leipziger Mannschaft, die die Bundesliga aufmischt.

Vierte Liga, dritte Liga, zweite Liga und zuletzt also Bundesliga - da wäre Europa doch nur konsequent.

100.000-Euro-Mann Dominik Kaiser, Kapitän eines Europacup-Teams: Es wäre das nächste Kapitel einer bemerkenswerten Geschichte.

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