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SPORT1-Experte Thomas Strunz ist enttäuscht vom bisherigen Auftreten der Bayern. Er sieht Probleme mit dem neuen Coach. Lob hat er für Köln parat.

Hallo Fußball-Freunde,

endlich erlebt die Bundesliga an der Spitze wieder so etwas wie Spannung. Das hat natürlich mit der Schwächephase des FC Bayern zu tun.

Die Bayern haben mich bislang überhaupt nicht überzeugt. Ich habe noch kein Spiel erlebt, in dem sie einem das Gefühl gegeben haben, den Gegner platt zu machen. In Frankfurt hat alles gefehlt, was die Mannschaft in den vergangenen fünf Jahren ausgezeichnet hat.

Für mich ist auffällig, dass sie noch mit dem Führungsstil von Carlo Ancelotti zu kämpfen hat. Es ist ein anderer Führungsstil als unter Pep Guardiola. Ancelotti gewährt den Spielern mehr Freiheiten. Mehr Freiheit bedeutet aber auch mehr eigenverantwortliches Verhalten der Spieler. Dem werden derzeit nicht alle gerecht.

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Durch Bayerns fehlende Souveränität haben die Gegner auch mehr Selbstbewusstsein als früher. Vor Frankfurt hat das bereits der 1. FC Köln mit seinem Punktgewinn in München demonstriert.

Der FC ist mir sehr sympathisch. Das Miteinander funktioniert gut, es ist eine verschworene Einheit. Die Verantwortlichen hatten immer eine klare Zielsetzung und haben sich nicht vom wirren Umfeld in Köln leiten lassen. In der ganzen Kombination traue ich Köln eine ähnliche Entwicklung zu, wie sie Gladbach durchgemacht hat.

Einen Topstürmer haben sie ja bereits: Anthony Modeste sehe ich zwar noch nicht im Bereich von Pierre-Emerick Aubameyang und Robert Lewandowski, aber er hat viele gute Facetten. Ich fand ihn schon in Hoffenheim toll und konnte nicht verstehen, dass Trainer Markus Gisdol ihn nicht hinbekommen hat.

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Lassen Sie mich zum Abschluss noch ein Wort zu der aktuellen Fouldebatte sagen. Es war nicht nötig, dass der BVB dieses Thema aufmacht, weil es vom Wesentlichen ablenkt. Dortmund hat den Anspruch, auf Augenhöhe mit den Bayern zu sein. Den Fokus auf die Bayern-Jagd hat der BVB aber aus den Augen verloren.

Inhaltlich darf die Debatte nicht dazu führen, dass die Schiedsrichter noch sensibler pfeifen. Das Foul von Augsburgs Kostas Stafylidis an Schalkes Embolo war aber eine klare Rote Karte. Er grätscht von hinten in die Beine, ohne überhaupt den Ball spielen zu können. Solche Fouls sind total unnötig und gefährden die Gesundheit des Gegenspielers.

Bis demnächst
Euer Thomas Strunz

Ex-Nationalspieler Thomas Strunz ist als Experte im Volkswagen Doppelpass tätig und wechselt sich in dieser Saison bei der sonntäglichen Doppelpass-Kolumne mit Marcel Reif und Armin Veh ab.

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