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Ingolstadt - Nach der erneuten Heimniederlage findet Ingolstadts Kapitän Marvin Matip deutliche Worte. Trainer Markus Kauczinski darf weiterarbeiten und kündigt Konsequenzen an.

Julian Nagelsmann rannte in der Schlussphase an der Seitenlinie auf und ab, gestikulierte wild, schrie seine Spieler immer wieder an.

Nicht dass der Trainer von 1899 Hoffenheim noch eine Wende fürchtete, er wollte einfach die letzten Prozent Energie aus seiner Mannschaft herauspressen. "Ich hatte das Gefühl, ihnen geht der Strom aus", sagte der jüngste Bundesliga-Coach nach dem 2:1 (2:0) beim noch immer sieglosen FC Ingolstadt.

Alle Tore der Bundesliga am Sonntag um 9.15 Uhr in Bundesliga Pur im TV auf SPORT1 - danach FCI-Trainer Markus Kauczinski ab 11 Uhr zu Gast im Volkswagen Doppelpass.

Doch der Strom reichte - zum wiederholten Mal. Die Kraichgauer gewannen das zweite Spiel in Folge, sind nach sechs Begegnungen weiterhin ungeschlagen. Wer allerdings nun forsche Töne erwartete, wurde enttäuscht. (Tabelle der Bundesliga)

"Arbeit des Trainers ist gut"

"Wir freuen uns", sagte der 29-jährige Nagelsmann mit dem Hauch eines Lächelns im Gesicht, "aber das ist nur eine Momentaufnahme. Wir versuchen das aufrechtzuerhalten und unsere Leistung zu stabilisieren."

Ähnlich gelassen gab sich Ingolstadts Sportdirektor Thomas Linke, obwohl die Schanzer nun fünf Niederlagen nacheinander angehäuft haben. Andernorts bestimmte in ähnlichen Situationen bereits die Panik das Handeln - und deshalb wurde Linke auch die unvermeidliche Frage nach Trainer Markus Kauczinski gestellt.

"Wir entlassen den Trainer nicht", sagte Linke bei Sky ohne einen sichtbaren Anflug von Stress: "Wir werden die Länderspielpause nutzen, um die Situation zu analysieren. Ich sehe die Arbeit des Trainers tagtäglich, und die ist gut."

Kauczinski kündigt Veränderungen an

Kauczinski gleichwohl war erbost. Nicht wegen des fehlenden Engagements der Spieler, sondern weil nach seiner Ansicht die Erfolgstaktik der Vorsaison nicht mehr funktioniert. "Kein Gegner lässt sich hier mehr abkochen, in Ingolstadt packen jetzt alle die Ellbogen aus", sagte Kauczinski und kündigte grundlegende Veränderungen an:

"Das, was war, funktioniert nicht mehr. Wir müssen etwas Neues finden, aber das wird für einige schmerzhaft."

Der Nachfolger von Ralph Hasenhüttl wird die Pause bis zum 15. Oktober und dem Gastspiel beim 1. FC Köln nutzen, um die Mannschaft einmal auf links zu drehen. Denn trotz der bitteren Pleitenserie und bislang nur eines Punktes ist nichts verloren. (Das Spiel zum Nachlesen im Ticker)

"Wir geben nicht auf, aber so ist es einfach nicht genug. Das hat jetzt auch der Letzte gesehen", sagte Kauczinski nach der Schlappe im dritten Heimspiel, die Lukas Hinterseer (90.+5) mit einem verwandelten Handelfmeter nur noch schönte.

Matip findet deutliche Worte

Zuvor hätte Hoffenheim auch mehr als die beiden Tore von Sandro Wagner (11.) und Kerem Demirbay (35.) erzielen können. "Wir hatten drei bis vier Riesenchancen, um das Spiel früher zu entscheiden", sagte Nagelsmann.

Recht viel mehr hatte er jedoch nicht zu bemängeln. Im Gegensatz zu den Ingolstädtern, die selbst rätselten, warum der FCI der Saison 2016/17 so anders ist als in der Saison davor. 

"Uns fehlt vorne wie hinten der Killerinstinkt. Wir müssen jetzt den Reset-Knopf drücken", sagte Kapitän Marvin Matip, während Stürmer Hinterseer treffend festhielt: "Wenn du die Scheiße am Schuh hast, geht sie schwer weg."    

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