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Christian Streich ist mit Freiburg zu Hause nicht zu schlagen © Getty Images

Freiburg - Christian Streich setzt nach dem Schlusspfiff zwischen Freiburg und Frankfurt zu einem Jubelsprint an. Eine beeindruckende Serie des Aufsteigers wird fortgesetzt.

Christian Streich war völlig aus dem Häuschen. Der Trainer des SC Freiburg rannte im Vollsprint auf den Platz und fiel jedem um den Hals, der sich nicht schnell genug in Sicherheit bringen konnte.

Auch Minuten später war Streich auf dem Weg in die Kabine noch vollkommen außer sich. Mehrfach zeigte der Coach die "Becker-Faust" und presste nach dem hart erkämpften 1:0 (1:0) gegen Eintracht Frankfurt immer wieder Jubellaute heraus. (Tabelle der Bundesliga)

Freiburg baut Rekordserie aus

Als Streich eine knappe Stunde nach dem Abpfiff dann ganz ruhig vor die Journalisten trat, hatte der 51-Jährige eine einfache Erklärung für seinen Emotionsausbruch parat.

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"Die Mannschaft opfert sich auf. Das macht mich sehr glücklich, weil es mir auch Kraft gibt", sagte der Trainer des Aufsteigers, der am 6. Spieltag der Bundesliga seine Rekordserie ausbaute.

Dank des ersten Bundesliga-Treffers von Vincenzo Grifo (4.) feierten die Freiburger saisonübergreifend den neunten Heimsieg in Folge. Sollten die Freiburger (neun Punkte) diese Heimstärke konservieren, dürfte der Abstieg kein Thema sein.

"Der Schlüssel zum Sieg war der unbedingte Wille", lobte Streich seine Schützlinge nach der harten und hektischen Partie vor 24.000 Zuschauern im ausverkauften Schwarzwald-Stadion: "Das war nichts für Ästheten." (Das Spiel zum Nachlesen im Ticker)

Platzverweis lag in der Luft

Wie Streich ("Emotionalität innerhalb des Regelwerks ist normal") war es auch Grifo egal, dass gleich mehrere Spieler beider Mannschaften am Rande eines Platzverweis standen. "Das ist Bundesliga", sagte der Deutsch-Italiener, der mit seinen Teamkollegen nach der Länderspielpause bei seinem Ex-Klub 1899 Hoffenheim antreten muss: "Wer gewinnen will, muss fighten."

Das hatte die Eintracht, die zuletzt vor mehr als sieben Jahren in Freiburg gewonnen hat, in ihrem 1600. Bundesliga-Spiel zunächst vergessen. Der Fehlpass von Innenverteidiger David Abraham brachte die Hessen auf die Verliererstraße - am Ende stand die erste Niederlage der Frankfurter (zehn Punkte) nach drei Partien. 

"Wir waren in den ersten fünf Minuten nicht in der Partie", sagte Trainer Niko Kovac, der als Profi nie gegen den Sport-Club verloren hatte: "Und in der zweiten Hälfte haben wir uns den Schneid abkaufen lassen. Da war der Siegeswille bei Freiburg größer als bei uns. Unter dem Strich geht der Freiburger Sieg in Ordnung."

Schrecksekunde für Bulut

Kovac bewertete die Niederlage vor dem kommenden Heimspiel gegen Rekordmeister Bayern München als Teil eines "Lernprozesses" seiner Mannschaft. "Wir müssen einfach immer mit beiden Beinen auf dem Boden bleiben", sagte der Kroate: "Wir können nicht alles in Grund und Boden spielen. Wenn wir nicht mit 100 Prozent Leidenschaft spielen, dann verlieren wir."

Fast zu viel Leidenschaft zeigte der Freiburger Onur Bulut. Der Deutsch-Türke war laut Streich nach einem Zusammenprall "kurz weg". Am Ende blieb es aber bei einer Schrecksekunde, obwohl Bulut mit der Trage aus dem Stadion gebracht wurde. "Er war danach wieder in der Kabine", sagte Streich: "Es ist wohl nichts kaputt."

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