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BVB-Boss Hans-Joachim Watzke fordert wieder mehr Nähe zwischen Mannschaft und Fans © Getty Images

BVB-Boss Hans-Joachim Watzke wünscht sich mehr Zusammenhalt bei der Borussia. Er sieht eine "gewisse Hemmschwelle" zwischen Spielern und Fans.

Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke von Borussia Dortmund wünscht sich einen besseren Zusammenhalt zwischen den BVB-Fans und den Spielern sowie Verantworlichen.

"Den Zusammenhalt zwischen den Fans im Stadion und der Mannschaft würde ich mir enger wünschen. Ich werde das definitiv auch in der Mannschaft ansprechen", sagte Watzke im Interview mit dem Fan-Forum Schwatzgelb.de.

Der 57-Jährige weiter: "Der Funke muss beidseitig wieder komplett überspringen. Jeder, der bei Borussia Dortmund arbeitet, die Spieler, die Trainer, die Mitarbeiter auf der Geschäftsstelle - einfach jeder muss die Sinne dafür geschärft bekommen, was der BVB für ein großartiger Verein ist."

Watzke wünscht sich mehr Emotionalität

In den vergangenen Wochen gab es häufiger auch kritische Stimmen innerhalb der Fans, etwa bezüglich der von den Dortmunder Bossen angestrebten Internationalisierung des Vereins.

Watzke sieht auch, dass sich die Mannschaft einen Schritt weit auf die Anhänger zugehen muss: "Insgesamt würde ich aber auch sagen, dass wir wieder eine etwas größere Emotionalität bei Borussia Dortmund benötigen. Die würde mir als Fan zurzeit auch ein Stück weit fehlen. Bestes Beispiel sind ja öffentlichen Trainingseinheiten, die jeder gerne hätte - aber die schießen dir das Arbeiten inzwischen komplett kaputt. Stichworte: Handyvideos, neue Medien, keine Chance mehr, professionell, vertrauensvoll zu arbeiten."

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In der BVB-Führung sei das Problem aber erkannt worden, berichtete Watzke: "Das Thema Fannähe ist bei uns ein großes, und wir diskutieren es intern auch regelmäßig. Wenn ich mit Fans spreche, ist dieses diffuse Gefühl auch häufig Thema. Wir werden eine Projektgruppe einrichten, die sich genau mit diesem Problem befasst und daraus idealerweise Handlungsempfehlungen ableitet."

"Gewisse Hemmschwelle"

Auch die Spieler müssten sich wieder mehr an die Fans annähern, forderte der BVB-Boss: "Was ich mir wirklich wünschen würde: dass beidseitig, die Spieler und die Fans, wieder unvoreingenommener aufeinander zugehen."

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Die Pfiffe für den ehemaligen Kapitän Mats Hummels, der zum FC Bayern abwanderte, hätten die anderen Spieler irritiert: "Das ist immer eine Wechselbeziehung, und ich glaube, dass viele unserer Spieler diese Vorgänge im Frühjahr um Mats Hummels als ein wenig befremdlich wahrgenommen haben und daraus eine gewisse - ich weiß nicht, wie ich das sagen soll - eine gewisse Hemmschwelle entstanden ist. Das muss man von beiden Seiten wieder aufbrechen."

"Kontakt zur Basis nicht verloren"

Auch Watzke selbtst wurde von Teilen der BVB-Fans kritisiert. Dazu sagte er: "Ich weiß, dass ich eines ganz bestimmt nicht verloren habe: den Kontakt zur Basis. Weil ich jede Woche unendlich viele Gespräche mit Fans führe. Ich habe noch nie einem einzigen Fan von Borussia Dortmund ein Foto verweigert, ein Gespräch verweigert, ein Autogramm verweigert. Ich gehe nach wie vor jede Woche in Dortmund einkaufen, spreche mit den Leuten, und ich bekomme das mit. Und ich mache mir sehr viele Gedanken darüber."

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Viele Fans vermissen bei Trainer Thomas Tuchel die Emotionalität seines Vorgängers Jürgen Klopp. Watzke verteidigte seinen Trainer allerdings: "Die Stimmung in einem so tollen Club wie dem BVB darf nicht vom emotionalen Typus des Trainers abhängig sein, sonst machst du alles falsch."

Watzke führte aus: "Thomas Tuchel ist ein sehr guter, akribischer, engagierter Trainer, der sich voll für den BVB reinhaut. An jedem einzelnen Tag! Aber jeder Trainer in jedem Verein ist eine temporäre Erscheinung, das ist einfach so. Das dauert mal sehr lange wie bei Jürgen, kann aber auch mal schneller gehen. Das Wohl und Wehe eines Vereins, für was du stehst, was du willst, für was auch der Verein da ist, das darf nicht von einem Trainer oder einem Geschäftsführer abhängig sein."

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