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Mario Gomez wartet weiter auf sein erstes Tor seit seinem Wechsel zum VfL Wolfsburg © dpa Picture-Alliance

Wolfsburg - Mario Gomez mutiert zum Symbol der Tor- und Erfolglosigkeit des VfL Wolfsburg. Klaus Allofs wünscht ihm ein Erfolgserlebnis. Doch die Diskussionen gehen weiter.

Mario Gomez stapfte mit gesenktem Haupt durch den Regen und applaudierte auf der Ehrenrunde zaghaft in Richtung der unzufriedenen Fans.

Wieder hatte der deutsche Nationalstürmer trotz bester Gelegenheiten seinen ersten Treffer für den VfL Wolfsburg verfehlt. Wieder stand der Sommer-Neuzugang sinnbildlich für die sich immer weiter verschärfende Krise des selbst ernannten Europacup-Anwärters.

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"Auch ein so guter Torjäger wie Mario Gomez braucht Erfolgserlebnisse", sagte VfL-Geschäftsführer Klaus Allofs nach dem trostlosen 0:0 gegen den 1. FSV Mainz 05 bei Sky.

Und fügte an: "Wenn man die lange Zeit nicht hatte, dann steht man sich manchmal selbst im Weg."

Gomez: "Bitterer Moment für uns alle"

Die Krise des VfL nimmt nach dem fünften sieglosen Spiel hintereinander immer weiter Konturen an - nach sechs Spieltagen steckt die hochgehandelte Mannschaft von Trainer Dieter Hecking im unteren Tabellendrittel fest.

"Es ist ein bitterer Moment für uns alle", sagte ein ratloser Gomez. "Ich habe so etwas noch nie erlebt in meiner Karriere."

Gomez und Co. hatten sich im Vergleich zum desolaten Auftritt bei Werder Bremen (1:2) zwar deutlich gesteigert, sie agierten bissig in den Zweikämpfen und kamen vor allem nach Standards zu einigen Möglichkeiten.

Doch mit erschreckender Verlässlichkeit versagten vor dem Tor die Nerven.

Wolfsburg läuft Ansprüchen hinterher

Gomez vergab im zweiten Durchgang zwei Mal (51. und 57.) aus aussichtsreicher Position, aber auch Julian Draxler (68.) scheiterte wie einige seiner Kollegen teils kläglich.

Nationalspieler Draxler hatte Gäste-Keeper Jonas Lössl bereits umkurvt, doch Giulio Donati kratzte den Ball im letzten Moment noch von der Linie.

"Der Ball will halt im Moment einfach nicht rein", haderte Draxler hinterher. Um eilig hinterherzuschieben: "Wir haben einen höheren Anspruch als das, was wir im Moment liefern."

Die Statistik zum Spiel © iM Football

Der erhoffte Befreiungsschlag blieb somit aus - und die Fans hielten mit ihrer Meinung nicht hinterm Berg. "Wir wollen euch kämpfen sehen", hallte es schon 20 Minuten vor dem Ende der Begegnung durch die Arena.

Druck auf Hecking wächst

Was am Ende stand: Erstmals blieb der VfL unter Hecking in den ersten drei Heimspielen einer Saison sieglos. In der Länderspielpause dürften Diskussionen um die Position des Trainers weitergehen.

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Hecking stellte sich derweil schützend vor sein Team: "Die Mannschaft hat alles versucht und viel investiert, aber die Belohnung nicht bekommen. Wir werden weiter daran arbeiten, dass es besser wird."

Ähnlich sah es Allofs, der im Stadionheft eindringlich einen Sieg gefordert hatte. "Man kann der Mannschaft vieles vorwerfen, aber nicht, dass sie nicht gekämpft hat. Wir sind alle enttäuscht, dass wir die Chancen nicht genutzt haben", sagte er nach Abpfiff.

Und so sucht auch Gomez weiter nach Lösungen aus seiner Formkrise - und der seiner Mannschaft: "Es kann Unvermögen sein, es kann Pech sein. Wir müssen es herausfinden", so der 31-Jährige.

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