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Marvin Compper (l.) und Andreas Beck (r.) waren fünf Jahre zusammen Kollegen unter Ralf Rangnick

München - Unter Ralf Rangnick erlebte Hoffenheim im Herbst 2008 ein Märchen. Ähnliches erlebt aktuell RB Leipzig. Bei SPORT1 sprechen zwei Spieler über das Hoch unter Rangnick.

Der Herbst 2008 war ein Herbst, der die Fußball-Fans verblüffte.

Die TSG Hoffenheim begeisterte in der Bundesliga mit schönem, schnörkellosem Offensivfußball. Als Aufsteiger wurde der damalige Trainer Ralf Rangnick mit den Kraichgauern Herbstmeister.

Am Ende belegte Hoffenheim Platz sieben. Acht Jahre später steht Rangnick wieder im Fokus - als Sportchef von Aufsteiger RB Leipzig zusammen mit Trainer Ralph Hasenhüttl.

Die Sachsen stehen nach acht Spielen auf Rang zwei und sind damit Bayern-Verfolger Nummer eins. Andreas Beck, heute bei Besiktas Istanbul angestellt, und Marvin Compper, damals unter Rangnick eine feste Größe und heute unter Hasenhüttl ein Fixpunkt in Leipzigs Defensive, können die beiden starken Aufsteiger vergleichen.

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Ist Leipzig heute weiter als die TSG damals unter Rangnick? Beck verneint. "Unsere Vorrunde damals war ja schon sehr stabil, auch von der Euphorie getragen", sagt der Ex-Nationalspieler zu SPORT1.

"Die Kunst ist es, dieses Niveau über eine ganze Saison zu halten - und auch Rückschläge wie vielleicht Verletzungen von Leistungsträgern wegzustecken. Aber ich traue das Leipzig zu."

Hoffenheim stürzte damals in der Rückrunde auf Rang sieben ab - nicht zuletzt weil Star-Stürmer Vedad Ibisevic mit Kreuzbandriss ausfiel und nicht gleichwertig zu ersetzen war. "Was ich bisher gesehen habe, ist schon, dass Leipzig eine sehr gute Breite im Kader hat - gerade im Offensivbereich." 

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"Dort wird sehr viel richtig gemacht"

Beim Blick nach Leipzig hat Beck daher das Gefühl, "dass dort sehr viel sehr richtig gemacht wird." Die Infrastruktur könne "mit dem sportlichen Aufschwung Schritt halten - und einige der handelnden Personen waren schon in Hoffenheim dabei. Sie haben Erfahrungen gesammelt, die ihnen jetzt sicher weiterhelfen."

Das führt Beck zu dem Urteil: "Ralf Rangnick hat damals in Hoffenheim einen super Job gemacht. Und den macht er zusammen mit Ralph Hasenhüttl in Leipzig ganz offensichtlich auch."

Der Österreicher knüpfe bestens an Rangnicks Arbeit als Trainer an, sagt auch Compper zu SPORT1: "Er ist wie Ralf Rangnick sehr akribisch und achtet auf die Details, um das Maximum aus jedem Spieler, aber auch der Mannschaft zu holen."

Konkret setzt Hasenhüttl stark auf den Faktor Kommunikation. "Er spricht viel mit uns Spielern. Er gibt einem immer das Gefühl, gebraucht zu werden, egal ob Stammspieler oder nicht", erklärt Compper. "Aber er zeigt auch jedem auf, wo und wie man sich noch verbessern kann. Da hat der Trainer einen klaren Plan."

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Hasenhüttls Plan begeistert

Von Hasenhüttls Plan ist auch Beck begeistert: "Er hat es neulich beim Thema Bayern-Jäger ganz gut ausgedrückt: 'Das Einzige, was wir jagen, ist der Ball.' Und zwar im Kollektiv mit jedem einzelnen Spieler. Wenn das gut organisiert ist, ist es für jeden Gegner schwer. Dazu kommt eine hohe individuelle Qualität in der Offensive."

Compper sieht noch Luft nach oben: "Wir wissen, dass wir gerade gut drauf sind, aber es werden auch mal Phasen kommen, in denen es vielleicht nicht ganz so laufen wird. Da wir die jüngste Truppe der Liga sind, ist es gerade für uns als Aufsteiger ein ständiger Lernprozess."

Das Team treffe "immer wieder auf neue sportliche Widerstände" und müsse "Lösungen dafür finden". Im Pokal in Dresden sei das noch ein Knackpunkt gewesen. Mit dem schnellen Gegentreffer gegen Bremen konnte RB laut Compper schon viel "besser damit umgehen."

Diese Lernfähigkeit ist es, die Leipzigs Gegner beunruhigen muss.

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