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Leverkusen - Nach seiner Pöbelei gegen Julian Nagelsmann muss Roger Schmidt bei Bayer zum dritten Mal auf die Tribüne und verspielt seine Bewährung. Eine harte Strafe droht.

Mit etwas Verspätung zeigte sich Roger Schmidt nach seinem erneuten Platzverweis bei Leverkusens 0:3 gegen die TSG Hoffenheim zumindest etwas reumütig - einer harten Strafe durch das DFB-Sportgericht wird der Bayer-Coach aber womöglich auch damit nicht mehr entgehen.

Schmidt hatte seine Emotionen an der Seitenlinie erneut nicht unter Kontrolle und wurde nach einer Schimpftirade gegen Gäste-Trainer Julian Nagelsmann von Schiedsrichter Bastian Dankert vorzeitig auf die Tribüne geschickt.

Schmidt giftet gegen Nagelsmann

"Das war gar nichts. Was bist du denn für ein Spinner? Halt doch einfach die Schnauze!", schrie Schmidt seinen Trainerkollegen an, weil dieser nach einem Leverkusener Foul eine Gelbe Karte gefordert haben soll.

"Ich habe kurz einmal was gesagt. Zum Schiedsrichter oder zum Vierten Offiziellen habe ich gar nichts gesagt. Anscheinend ist das so, dass man das so nicht sagen darf", bilanzierte Schmidt direkt nach dem Spiel bei Sky. Er müsse das aber "so akzeptieren. In der Szene habe ich mich halt aufgeregt."

Nach der Partie war beim Trainer der Werkself dann zumindest Reue für seine verbale Entgleisung zu spüren. "Das war nicht in Ordnung. Ich hätte nicht gedacht, dass mir das noch einmal passiert", sagte der 49-Jährige sichtlich angeschlagen.

Dritter Platzverweis für Schmidt bei Bayer

Für Schmidt war es bereits der dritte Platzverweis seit seinem Dienstantritt in Leverkusen 2014. Das erste Mal wurde Leverkusens Trainer am 8. Februar 2015 in Bremen auf die Tribüne verwiesen.

Beim bislang letzten Mal hatte er sich im Februar 2016 beim 0:1 gegen Dortmund zunächst geweigert, seinen Platz auf der Bank zu räumen und so für einen Eklat gesorgt. Damals erhielt Schmidt eine Sperre für drei Spiele, zwei weitere wurden bis zum 30. Juni 2017 auf Bewährung ausgesetzt.

Als Wiederholungstäter droht dem 49-Jährigen nun eine lange Sperre.

Rückendeckung erhielt Schmidt von Rudi Völler. "Der Schiedsrichter hat mir ein bisschen leid getan. Er wollte es eigentlich nicht machen, aber es haben zu viele Leute gehört", sagte Leverkusens Sportdirektor.

Rudi Völler hofft auf Milde vom DFB

Mit Blick auf die ohnehin nicht allzu rosige Tabellensituation mit Platz elf in der Bundesliga hofft Völler nun auf Milde vonseiten des Sportgerichts.

"Wir müssen in den nächsten beiden Ligaspielen auf unseren Trainer verzichten. Das ist schlimm genug. Ich hoffe nicht, dass es noch eine zusätzliche Strafe gibt. Das wäre meiner Meinung nach auch übertrieben", meinte Völler. Vereinsintern soll es deshalb auch keine Konsequenzen für den Trainer geben.

Nagelsmann wollte den Vorfall ebenfalls nicht zu hoch hängen. "Das trifft mich nicht großartig. In der Emotion passieren gewisse Dinge in der Hitze des Gefechts. Ich lege das nicht auf die Goldwaage. Für mich ist alles in Ordnung", sagte der 29-Jährige bei Sky.

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