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Niklas Stark (M.) und Vedad Ibisevic (r.) schossen Hertha BSC zum Sieg © Getty Images

Berlin - Hertha feiert einen "Riesensieg" gegen Köln und ist vorerst erster Bayern-Jäger - aber nur auf dem Papier. Spieler und Verantwortliche setzen auf Bescheidenheit.

Die Alte Dame Hertha BSC ist so gut wie noch nie - und selbst der gern kritische Pal Dardai gönnte sich einen kleinen Moment der Freude.

"Das ist ein Riesensieg", sagte der Berliner Trainer nach dem hart erkämpften 2:1 (1:0) im Duell der Überraschungsteams mit dem 1. FC Köln.

Ansonsten aber gab es keine überschwänglichen Jubelarien und keine großen Kampfansagen - und das, obwohl die Hauptstädter sich durch den Sieg rein tabellarisch zum ersten Bayern-Jäger aufschwangen.

Hertha-Geschäftsführer Michael Preetz zu Gast im Volkswagen Doppelpass - Sonntag ab 11 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und in unserem Sportradio SPORT1.fm

Platz zwei und die Rekordausbeute von 17 Punkten vernebeln bei der Hertha bisher aber noch keinem die Sinne. 

Kein Bayern-Jäger 

"Zu dieser frühen Phase der Saison hat das nicht so eine wahnsinnig große Aussagekraft. Was für uns große Aussagekraft hat, ist, dass wir zu diesem frühen Zeitpunkt 17 Punkte haben. Das ist natürlich klasse", sagte Manager Michael Preetz.

Und Torschütze Vedad Ibisevic ergänzte bei Sky: "Wir spielen im Moment gut, aber Bayern-Jäger sind wir nicht. Das sind andere Mannschaften."

Doch während die favorisierten Teams wie Borussia Dortmund oder Bayer Leverkusen schwächeln, setzt sich die Hertha Stück für Stück in der Spitzengruppe fest. Mit akribischer Arbeit, konsequenter Entwicklung - und gegen Köln auch mit der nötigen Portion Glück.

Bis zum Schlusspfiff mussten die Gastgeber in einer dramatischen Schlussphase um den im Endeffekt verdienten Erfolg allerdings zittern.

Dramatische Schlussphase 

Erst trafen die Kölner wenige Minuten vor Abpfiff Pfosten und Latte, dann verweigerte Schiedsrichter Frank Willenborg dem vermeintlichen Ausgleichstreffer von Artjoms Rudnevs in der Nachspielzeit die Anerkennung.

Ibisevic (13.) und Niklas Stark (74.) hatten zuvor die Tore für die Herthaner erzielt, Anthony Modeste (65.) mit seinem achten Saisontreffer für die Kölner zwischenzeitlich ausgeglichen.

"Seitdem ich hier bin, war in den letzten 15 Minuten noch nie so ein Chaos", sagte Dardai zu den turbulenten Schlussminuten: "Aus der Endphase müssen wir lernen, da müssen wir uns besser präsentieren." Allerdings habe seine Mannschaft nach dem Ausgleich auch "Moral gezeigt", betonte der Ungar. 

Ibisevic: "Haben Spaß, miteinander zu spielen"

"Die Erleichterung ist groß, so ein Spiel zu gewinnen. Wir haben nicht die Qualität, jeden Gegner aus dem Stadion zu schießen. Wichtig ist, dass man so Spiele gewinnt", sagte Ibisevic: "Der Schlüssel ist, dass wir so viel investieren. Wir haben Spaß, miteinander zu spielen."

© iM Football

Das können die Berliner bereits am kommenden Dienstag wieder unter Beweis stellen. Dann geht es im Pokal bei Zweitliga-Schlusslicht FC St. Pauli (ab 20.15 Uhr im LIVETICKER) weiter um den Traum vom Pokal-Endspiel im heimischen Wohnzimmer. In der derzeitigen Verfassung wäre alles andere als ein Sieg eine faustdicke Überraschung.

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