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Vom 27.Dezember 2012 bis Mai 2016 arbeiteten Markus Weinzierl (l.) und Stefan Reuter beim FCA zusammen

München - Markus Weinzierl kehrt am Samstag als Schalke-Trainer zum FC Augsburg zurück. Das einst gute Verhältnis ist abgekühlt, wie Stefan Reuter bei SPORT1 betont.

Fast jeder Mann kennt dieses Gefühl. Nach dem Ende einer Beziehung muss man noch einmal zur Ex-Freundin fahren, um die letzten Sachen abzuholen. Oft wird das eher unschön. Herzliche Umarmungen? Eher nicht.

Ähnlich könnte es am Samstag für Markus Weinzierl werden, wenn der Trainer erstmals seit seinem Wechsel zu Schalke 04 im Sommer auf seinen Ex-Klub FC Augsburg trifft.

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Mit lange anhaltenden Freundschaften im Fußball-Geschäft ist das so eine Sache. Das wissen auch Weinzierl und FCA-Sportchef Stefan Reuter inzwischen. Von 2012 bis 2016 war Weinzierl Trainer bei den Schwaben und Reuter sein Chef. Eine überaus erfolgreiche Zeit. Doch der Abschied Richtung Gelsenkirchen trotz laufenden Vertrags bis 2019 hat Narben hinterlassen.

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Reuter: "Enttäuschend und unglücklich"

"Wir haben gemeinsam gigantische Dinge erlebt", sagt Reuter zu SPORT1: "Doch der Abgang war für uns enttäuschend und unglücklich."

Der Manager tut im Vorfeld, was er tun muss, will den Fokus natürlich lieber auf das Spiel lenken - nicht auf das Wiedersehen mit Weinzierl.

"Im Grunde ist es abgehakt, die schönen Momente bleiben in Erinnerung. Wir haben wirklich tolle Jahre zusammen gehabt", sagt Reuter. Was nun folge sei "ein Bundesliga-Spiel zwischen dem FC Augsburg und Schalke 04, in dem es um drei Punkte geht, die wir in Augsburg behalten wollen und die Schalke mit nach Hause nehmen möchte".

Aber das enttäuschende Ende der schönen Jahre: Es überlagert im Moment doch noch vieles.

Weinzierl keilt zurück

Weinzierl schoss auf der Pressekonferenz am Donnerstagnachmittag gegen Reuter zurück: "'Enttäuschend und unglücklich', das sehe ich genauso - nur nicht von meiner Seite. Ich habe immer offen und ehrlich kommuniziert."

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Reuter kündigte derweil schon an, dass eine nachträgliche Verabschiedung des ehemaligen Trainers nicht geplant sei. Und bei diesem Standpunkt bleibt er auch: "Am Samstag werden beide Seiten auf das Spiel fokussiert sein. Ich werde Markus Weinzierl die Hand reichen, das gehört sich so."

Die Berufung auf Benimmregeln ist vielsagend, mit dem Wechsel wurde viel Porzellan zerschlagen. Reuter stieß etwa sauer auf, dass Weinzierl im Sommer vor der offiziellen Bekanntgabe des Wechsels schon Interviews als Schalke-Trainer gab.

Schalke 04 weiter unter Zugzwang

Auch Weinzierl muss es letztlich gelingen, den Fokus aufs Sportliche zu richten: Nach zuvor fünf Pleiten in Serie hat sich die Lage seines Teams nach zuletzt zwei Siegen in der Europa League und in der Liga ein wenig verbessert, dennoch muss man unbedingt nachlegen, um aus dem Tabellenkeller zu kommen.

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Die Königsblauen wollen raus aus der Krise - wie hart wird dieser Brocken für den FCA?

"Dass es gegen Schalke schwer wird, ist klar. Sie sind zwar schlecht in die Saison gestartet, haben durch die Europa League und das Spiel gegen Gladbach aber enormen Aufschwung", sagt Reuter. "Sie haben auch eine Qualität im Kader. Wir wissen, dass es für uns schwierig wird. Wir wollen dennoch punkten und werden alles daran setzen."

Und nach dem Spiel gibt es dann vielleicht doch das eine oder andere klärende Wort zwischen Weinzierl und Reuter. Für ein etwas besseres Gefühl.

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