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München und Wolfsburg - Klaus Allofs rückt von Dieter Hecking ab: Der Trainer des VfL Wolfsburg muss wohl in Darmstadt die Wende schaffen, um die Woche im Amt zu überstehen.

Es wird ernst für Dieter Hecking beim VfL Wolfsburg.

Nach der 0:1-Heimpleite gegen RB Leipzig, dem sechsten sieglosen Bundesliga-Spiel in Folge, hat Geschäftsführer Klaus Allofs ein Bekenntnis zu seinem Trainer vermieden.

Nach SPORT1-Informationen bedeutet das zwar nicht, dass Hecking vor dem kommenden Spiel bei Darmstadt 98 die Entlassung droht. Darüber hinaus hat der 52-Jährige aber keine Job-Garantie mehr.

Allofs weiß, was er sagt

"Wir müssen im Klub sehen, wie wir da rauskommen. Das kann mit dem Trainer sein, das kann aber auch irgendwann ohne den Trainer sein", sagte Allofs am Sonntag bei Sky.

Auch wenn er die Bitte nachschob, "da jetzt nicht irgendwas Besonderes rein zu interpretieren": Allofs übt den Manager-Job seit bald zwei Jahrzehnten aus und ist medienerfahren genug um zu wissen, welche Wirkung seine Worte erzielen. Er hat sie nicht gedankenlos gewählt.

Vor dem Montagstraining analysierten Hecking und Allofs das Sonntagsspiel gemeinsam mit der Mannschaft.

Und auch wenn Allofs am Tag nach dem Spiel noch einmal erklärte, es mache "keinen Sinn, eine Erklärung in die eine oder andere Richtung abzugeben. Dieter Hecking ist unser Trainer. Wenn wir zu einer anderen Entscheidung kommen sollten, werden wir es bekannt geben" - eine Niederlage gegen Darmstadt würden sie aller Voraussicht nach nicht mehr zusammen aufarbeiten.

Hecking ist Allofs' Mann

Allofs' Abrücken von Hecking ist eine Zäsur. Der frühere Coach des 1. FC Nürnberg war der Mann seiner Wahl, als er 2012 Felix Magath als Geschäftsführer Sport in Wolfsburg ablöste, Hecking folgte Magath auf dem Trainerstuhl.

Gemeinsam hievten die beiden den Deutschen Meister von 2009 wieder auf Spitzen-Niveau, führten den VfL im vergangenen Jahr zum DFB-Pokalsieg und in die Champions League.

Danach stockte die Entwicklung, gebeutelt vom unplanmäßigen Wechsel Kevin De Bruynes im Sommer 2015 beendete der VfL die vergangene Spielzeit auf Platz acht.

Dauer-Unruhe neben dem Platz

Auch diesmal war die Sommerpause vom Umbruch geprägt, Allofs schob jeweils um die 50 Millionen Euro für Zu- und Abgänge hin und her. Zudem forderte De Bruynes Nachfolger Julian Draxler offen die Freigabe, auch andere Leistungsträger sind wechselwillig.

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Nach dem schwachen Saisonstart - aktueller Tabellenplatz: 14 - ist auch das Umfeld unruhig geworden, die Ansprüche des mit vielen VW-Millionen geförderten Werksklubs sind völlig andere. Bei der Leipzig-Pleite musste sich Hecking Pfiffe und Rauswurfforderungen anhören.

Er muss in Darmstadt das Ruder herumreißen, wenn er nicht will, dass Allofs der Forderung nachkommt.

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