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Klaus Allofs
Klaus Allofs kam im November 2012 von Werder Bremen zum VfL Wolfsburg © Getty Images

Wolfsburg - Nach der Niederlage gegen Bayer Leverkusen gibt Wolfsburgs Sportchef Klaus Allofs zu, bereits Gespräche mit Trainer-Kandidaten für den VfL geführt zu haben.

Klaus Allofs brachte es auf den Punkt und sein Blick verriet nichts Gutes.

"Wir funktionieren als Mannschaft nicht", raunzte der Geschäftsführer des VfL Wolfsburg nach der Heimniederlage gegen Bayer Leverkusen in das Sky-Mikrofon.

Die Wölfe verloren auch das zweite Liga-Spiel unter Interimstrainer Valerien Ismael und zeigten in der zweiten Halbzeit eine desaströse Leistung. Nicht eine Torchance konnten sich die Niedersachen nach der Pause erspielen.

Ismael wohl keine Dauerlösung

Es sieht nicht so aus, als könne die Interimslösung mit Ismael zu einer langfristigen Lösung werden. Denn Allofs sucht schon nach einem neuen Cheftrainer.

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"Wir haben einige Gespräche geführt. Andere stehen jetzt kurz bevor", sagte Allofs zu SPORT1. "Wir haben uns aber keine Deadline gegeben. Wenn wir von Sieg zu Sieg gehen, gibt es weniger Fragen. Jetzt gibt es natürlich mehr Fragen - damit müssen wir leben. Wir müssen jetzt die richtige Entscheidung treffen."

Äußerlich wirkte der Sportchef gefasst, doch in ihm brodelt es. "Ich bin innerlich gar nicht ruhig, weil es eine große Enttäuschung ist, dass wir mit sechs Punkten da unten stehen." (Die Tabelle der Bundesliga)

Historisch schlechter Start

Noch nie zuvor hatte der VfL nach neun Spieltagen so wenige Zähler auf dem Konto. Die Folge ist Platz 16. Wolfsburg ist seit acht Spieltagen sieglos - einen solchen Negativlauf gab es zuletzt 2010/11 unter dem Trainer Steve McClaren.

Der VfL ist in der eigenen Arena auch nach fünf Heimspielen immer noch ohne Dreier - so lange mussten die Niedersachsen zu Beginn einer Spielzeit noch nie auf den ersten Heimsieg warten. Wolfsburg kassierte gegen Leverkusen die dritte Heimniederlage der Saison - genauso viele wie in den vorherigen beiden Spielzeiten zusammen.

"Müssen sehen, wer zu uns passt"

Zwar hatte Allofs noch unmittelbar vor dem Spiel betont, dass man bei der Trainersuche keine Eile habe. Er wisse aber "natürlich auch, dass das Ganze auch an Ergebnissen hängt. Wenn man unten drin steht, wächst der Druck nach Entscheidungen", erklärte er.

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Auf die Frage, ob er Druck verspüre, jetzt eine große Lösung finden zu müssen, meinte Allofs nur: "Ja, was ist die große Lösung? Ich glaube, als wir vor vier Jahren Dieter Hecking präsentiert haben, meinten viele, das ist keine große Lösung um international ausgerichtet zu sein."

Hecking sei aber damals "die richtige Wahl" gewesen, "und so ist es jetzt auch". Die Interimslösung mit Ismael sei für den Moment nach wie vor die richtige. "Man muss sich nicht immer an Namen orientieren. Wir müssen nur sehen, was zu uns passt, vor allem in der jetzigen Situation."

Ismael wird aller Voraussicht nach auch nächste Woche beim SC Freiburg auf der Bank sitzen. Doch wenn Wolfsburg auch im Breisgau verliert, könnte es sein letztes Spiel als VfL-Trainer gewesen sein.

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