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Wolfsburg - Geschäftsführer Klaus Allofs spricht im SPORT1-Interview über Wolfsburgs schwachen Saisonstart, die Qualität der Mannschaft und die Ladehemmung von Mario Gomez.

Seit November 2012 ist Klaus Allofs als Geschäftsführer Sport beim VfL Wolfsburg tätig.

Zu dieser Saison hat Allofs die Mannschaft kräftig umgebaut.

Der Erfolg ist noch mäßig. Mit sechs Punkten aus sechs Spielen liegen die "Wölfe" auf Platz 13.

Im SPORT1-Interview äußert sich Allofs zur aktuellen Lage, Qualität der Mannschaft und der Torflaute von Neuzugang Mario Gomez. (Das komplette Interview sehen Sie um 23.30 Uhr in Bundesliga Aktuell im TV auf SPORT1)

Klaus Allofs über...

die aktuelle Situation:

Unsere Situation ist im Moment nicht befriedigend, daher könnte man entspannter in die Länderspielpause gehen. Wir haben in den letzten Wochen, insbesondere in den letzten drei Spielen, nicht die Resultate erzielt, die wir uns gewünscht haben, daher ist eine gewisse Anspannung da. Der Druck, der jetzt entsteht, wird natürlich mit dem Blick auf die Tabelle und den Punktestand immer größer, das weiß ich auch. Wir sind gefühlt in der Krise und haben trotzdem einige Dinge, die positiv sind. Meine Aufgabe ist es auch, dafür zu sorgen, dass im Umfeld nicht zu viel Unruhe aufkommt.

Gründe für den schwachen Saisonstart:

Mit Luiz Gustavo, Josuha Guilavogui und Daniel Didavi stehen uns derzeit drei zentrale Spieler nicht zur Verfügung. Darüber hinaus hatten wir auch eine unruhige Vorbereitungszeit mit vielen Spekulationen, bis zum Schluss haben wir noch Transfers vorgenommen. Philipp Wollscheid und Mario Gomez sind sehr spät zu uns gestoßen, Naldo ist sehr spät weggegangen. Da war sehr viel Bewegung im Team. Das muss nicht dazu führen, dass man nach sechs Spielen sechs Punkte hat wie wir, wir haben schließlich auch gut begonnen. Aber trotzdem sind viele Dinge noch nicht so eingespielt.

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Die Qualität des Kaders:

Dieser Kader hat das Potential, sehr viel besser Fußball zu spielen und unsere Torchancen ausnutzen. Ob wir dann am Ende unsere gesteckten Ziele erreichen können, das ist eine andere Frage. In erster Linie ist es so, dass man Qualität benötigt, um in der Bundesliga erfolgreich zu sein. Das verkörpern alle Spieler, die wir geholt haben. Und darüber hinaus haben wir den Eindruck, dass sie dieser Mannschaft, diesem Klub gut tun. Dass das jetzt noch nicht ins Auge springt, liegt an den Resultaten. Wer sieht, wie Jakub Blaszczykowski sich beispielsweise einbringt, wie Daniel Didavi hier arbeitet, wie Mario Gomez sich total mit dieser Aufgabe identifiziert – das kann ich nur positiv bewerten. Jeffrey Bruma muss ich auch noch nennen. Jemand, der die Bundesliga schon kannte, sich bei PSV Eindhoven aber zu einem absoluten Führungsspieler entwickelt hat und das auch hier zeigt. Wir sind mit unseren Neuzugängen sehr zufrieden.

die Ladehemmung von Mario Gomez:

Nach dem Spiel (0:0 gegen Mainz, Anm. der Red.) war er wie der Rest der Mannschaft sehr betrübt. Er sagte mir, dass er so etwas auch noch nicht erlebt habe. Was ich ihm sagen konnte, nicht nur um Trost zu spenden, sondern weil ich es in ähnlicher Form als Spieler auch mitgemacht habe, ist, dass es so etwas nunmal gibt. Auch ein Stürmer wie Mario Gomez trifft mal einige Spiele nicht und eine Mannschaft lässt kollektiv Torchancen aus. Das ist schwer zu erklären, aber es gibt so etwas. Man muss dann weiterarbeiten, die Fähigkeiten sind ohne Frage da. Mario hat diese individuellen Fähigkeiten, er hat bei jedem Klub, für den er gespielt hat, seine Tore geschossen. Er wird die auch für den VfL Wolfsburg schießen, da bin ich mir ganz sicher. Schön wäre es, wenn es relativ bald der Fall ist, weil uns das helfen würde, das gilt auch für den Rest der Mannschaft.

die Einstellung:

Wenn man nach einer Erklärung sucht, landet man oft bei der Mentalität oder Einstellung. Nach dem Werder-Spiel muss man sich diese Frage auch gefallen lassen. Aber ich bin sehr dicht dran. Es ist eine Mannschaft, die leistungswillig ist, die aber im Moment noch nicht die richtigen Hebel findet, um das alles in Bewegung zu setzen. Wir haben keine Spieler, die sich nicht für Wolfsburg einsetzen.

Baustellen von Trainer Dieter Hecking:

Ein Trainer muss immer auf Dinge reagieren, die er sieht. Wenn eine Mannschaft seht gut funktioniert, dann muss man weniger verändern, das ist klar. Das ist dann eine andere Herangehensweise als wenn die Resultate nicht stimmen. Dann muss man anderes Handwerkszeug in die Hand nehmen. Und das ist genau das, was Dieter Hecking macht. Es ist eine Mannschaft, die neu zusammengestellt ist, das muss weiter entwickelt werden. Wir arbeiten daran, dass wir unsere Chancen besser verwerten, aber auch am Defensivverhalten, obwohl wir in sechs Spielen viermal zu Null gespielt haben. Das Verwerten der Torchancen ist ein Problem und vor allem müssen wir mehr Tempo reinbekommen. Das ist keine Frage der Schnelligkeit der Spieler, das hängt an der gedanklichen Geschwindigkeit und Sicherheit in unserem Spiel. Das ist, woran Dieter Hecking arbeitet.

den nächsten Gegner RB Leipzig:

Ich erwarte wieder, dass wir drei Punkte holen. Das ist natürlich eine interessante Aufgabe, weil RB Leipzig ein etwas anderer Aufsteiger ist. Und sie machen es gut. Wenn wir sagen, dass wir hinter unseren Erwartungen geblieben sind, dann ist es bei RB genau anders herum. Für uns ist das keine allzu schöne Ausgangsposition, aber es ist trotzdem ein interessantes Kräftemessen. So wie RB in den letzten Spielen aufgetreten ist, werden wir uns steigern und eine sehr gute Leistung abliefern müssen, um erfolgreich zu sein.

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