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München und Sinsheim - Der Hamburger SV stoppt mit dem Remis in Hoffenheim den freien Fall und schöpft Mut. Im Nordderby gegen Werder Bremen soll der ersehnte Befreiungsschlag gelingen.

Die emotionale Brandrede von Vorstandsboss Dietmar Beiersdorfer vor dem Spiel zeigte Wirkung.

Dank einer kämpferisch überzeugenden Vorstellung entführte der Hamburger SV mit dem 2:2 (1:1) bei der immer noch ungeschlagenen TSG Hoffenheim immerhin einen Punkt aus Sinsheim. Erstmals überhaupt punktete der HSV in dieser Saison nach einem Rückstand.

"Ich freue mich vor allem über die gute Teamleistung. Die Mannschaft hat gezeigt, dass sie will und für ihren Klub kämpft. Nur so kommen wir aus der Situation raus. Das war ein guter erster Schritt", sagte Beiersdorfer bei Sky.

Die vor dem Anpfiff von Beiersdorfer geforderte Geschlossenheit demonstrierten die Spieler nicht nur während der Partie, sondern auch beim anschließenden Abklatschen mit den Fans.

Mit breiter Brust gegen Bremen

Deren Forderungen waren eindeutig: Dem Punktgewinn gegen die TSG soll nun am kommenden Samstag im Nordderby gegen Werder Bremen (ab 15 Uhr LIVE in unserem Sportradio SPORT1.fm und im LIVETICKER) endlich der erste Saisonsieg folgen.

"Stark sein, Brust raus und dann geht es gegen Bremen", gab Beiersdorfer die Marschrichtung vor.

Auch wenn der noch immer sieglose HSV mit nur drei Punkten weiter die Rote Laterne hält, war die Erleichterung nach der stärksten Saisonleistung allenthalben spürbar.

Müller: Derbysieg soll Kräfte freisetzen"

Bei Trainer Markus Gisdol, der ausgerechnet an seiner alten Wirkungsstätte jubelte, wo er vor 13 Monaten nach einer 0:1-Niederlage gegen den HSV entlassen worden war; beim starken Torschützen Nicolai Müller und beim leidgeprüften Anhang.

"Wir haben heute nicht gespielt wie ein Tabellenletzter, wir haben mutig agiert. Das muss der Weg sein, alles andere müssen wir ausblenden", sagte Müller und blickte bereits voraus: "Wir haben die große Chance, mit einem Derbysieg zuhause neue Kräfte freizusetzen."

Gegen Hoffenheim bescherte Müller mit seinem dritten Saisontor (61.) den Hamburgern das unerwartete Erfolgserlebnis, nachdem Sandro Wagner (45.+1) und Steven Zuber (49.) die Partie zwischenzeitlich für die Hoffenheimer gedreht hatten.

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"Spieler haben sich freigespielt"

Filip Kostic (28.) hatte mit seinem ersten Saisontor den HSV zunächst in Führung gebracht und damit auch persönlich einen Befreiungsschlag gefeiert.

"Es haben viele Spieler eine gute Leistung abgeliefert und sich ein bisschen freigespielt", sagte Gisdol, der bei seinem Team "ein erstes Aufflackern" erkannte. "Wir müssen uns alle absolut im Klaren sein, dass wir nur als Mannschaft eine Chance haben."

Bei all der zaghaften Euphorie wollte Beiersdorfer den Punktgewinn aber auch nicht überwerten: "Es war gut, aber wir müssen es beweisen."

Am besten schon am nächsten Samstag gegen Bremen, das nach der 1:2-Heimniederlage gegen Eintracht Frankfurt mit vier Punkten Vorsprung auf den HSV auf Platz 16 steht. Das Momentum ist auf Seiten der Hamburger.

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