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Hamburg - Der Hamburger SV bleibt auch nach dem Nordderby gegen Werder Bremen ohne Sieg. Zweimal vergibt der HSV eine Führung - und macht haarsträubende Fehler.

Michael Gregoritsch kratzte sich immer wieder nachdenklich am Kopf, der Angreifer des Hamburger SV konnte es kaum fassen.

"Die Emotionen liegen irgendwo zwischen Frust und Freude", sagte Gregoritsch nach seinem Derby-Doppelpack - doch am Ende reichte es gegen den ewigen Rivalen Werder Bremen eben trotzdem nicht zum so sehnsüchtig erwarteten ersten Saisonsieg.

"Wir haben 95 Minuten gut gearbeitet. Am Ende fehlte auch das Glück", sagte der Österreicher nachdenklich.    

Doch es war nicht nur fehlendes Glück, sondern auch fehlende Klasse beim Tabellenletzten, die schließlich zum 2:2 (2:2) im spektakulären 105. Nordderby führten.

Mangel an Konsequenz

Die Treffer von Gregoritsch (3. und 28.) waren zwar herrlich herausgespielt, doch böse Patzer gepaart mit einem Mangel an Konsequenz in der Defensive führten auch zu den Gegentoren von Fin Bartels (14.) und Serge Gnabry (45.). 

"Ich bin mit dem Ergebnis unzufrieden - auf der Leistung der Mannschaft können wir aber gut aufbauen", sagte Trainer Markus Gisdol. Aber: "Ein Dreier würde uns natürlich mal gut tun."    

Doch auf den müssen die HSV-Fans auch nach dem zwölften Spieltag weiter warten, vier kümmerliche Pünktchen haben die einst so stolzen Hanseaten erst auf dem Konto.

Doch bei den Hamburgern sprach man hinterher lieber vom spürbaren Aufwärtstrend in den letzten beiden Spielen, die immerhin nicht verloren wurden.

Gregoritsch: "Zeigen Leidenschaft und Herz"

"Wir leben, wird sind da, wir zeigen Leidenschaft und Herz", sagte Gregoritsch, der nun im nächsten Kellerduell in Darmstadt auf das Erfolgserlebnis hofft: "Wenn wir so weitermachen, wird es bald klappen."    

Das Mini-Trainingslager unter der Woche machte sich zumindest etwas positiv bemerkbar, doch zur Wahrheit gehört eben auch, dass der HSV erst das sechste Team der Bundesliga-Historie ist, das auch nach zwölf Partien noch sieglos ist. Und von den "Vorgängern" schaffte nur der 1. FC Köln 1991/92 noch den Klassenverbleib.

"Es liegt aktuell an Kleinigkeiten, dass es nicht klappt", sagte Gregoritsch. Doch die Slapstick-Einlagen in der Defensive der Hamburger sind alles andere als Kleinigkeiten.   

Fritz wundert sich über Fehler

Auch Bremens Kapitän Clemens Fritz wunderte sich über die "unglaublich vielen Fehler" auf beiden Seiten. Aber die Grün-Weißen kamen zweimal zurück und durften sich hinterher ein bisschen als gefühlter Sieger sehen - den freien Fall nach zuletzt vier Pleiten gestoppt, den Abstand auf dem vorvorletzten Platz auf den HSV mit vier Punkten konstant gehalten.    

"Viel Herz, aber auch viele Fehler", sah Trainer Alexander Nouri, der im Tor Jaroslav Drobny nach überstandener Verletzung den Vorzug gegenüber Felix Wiedwald gab: "Das wird auch so bleiben."

Gerüchte, wonach die Mannschaft über die Besetzung der Torwart-Position abgestimmt hätte, wiesen sowohl Sportchef Frank Baumann als auch Fritz übrigens als "völligen Quatsch" zurück.

Sowohl an der Elbe als auch an der Weser wird es nun mit jedem nicht gewonnen Spiel aber immer ungemütlicher. Nur ein Sieg kann die Wende einleiten. "Natürlich haben wir es nötig", sagte Gnabry. Genau wie der HSV.

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