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Freiburg - RB Leipzig untermauert seine Tabellenführung und wird von Uli Hoeneß attackiert - aus gutem Grund: Das Selbstbewusstsein des Aufsteigers wird immer größer.

Der neue Tabellenführer hat seine Spitzenposition in beeindruckender Art und Weise gefestigt. Und Ralph Hasenhüttl schickte fast schon unbewusst eine Warnung an die Konkurrenz.

"Durch all die Siege werden wir nur noch hungriger", sagte der Trainer von RB Leipzig, als er das furiose 4:1 (3:1) beim Mitaufsteiger SC Freiburg analysierte: "Seit dem Aus im Pokal haben wir eine atemberaubende Entwicklung genommen."

Am 20. August war der Konzernklub im DFB-Pokal bereits in der ersten Runde bei Zweitligist Dynamo Dresden gescheitert. Seither wurde keine der zwölf Partien in der Bundesliga verloren. Der Erfolg im Breisgau war bereits der siebte in Serie. Rekord für einen Aufsteiger. (Tabelle der Bundesliga)

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Schnelle Entwicklung möglich

"Mir war von Beginn an klar, dass eine Entwicklung, auch eine schnelle, möglich ist", sagte Sportdirektor Ralf Rangnick, der mit geschickten Transfers den kometenhaften Aufstieg des vielerorts kritisierten Klubs angeleitet hat.

Zumindest bis Samstagabend stehen die Bullen satte sechs Punkte vor Rekordmeister Bayern München an der Tabellenspitze - und aus sportlicher Sicht tun sie das völlig zu Recht. (Spielplan und Ergebnisse der Bundesliga)

Jede Menge Spielwitz, technische Raffinesse und dazu diese jugendliche Unbekümmertheit - was das Team von Hasenhüttl am Freitagabend vor 24.000 Zuschauern nun schon zum wiederholten Mal auf den Platz zauberte, war beachtenswert.

Hoeneß will attackieren

Deutlich mehr Tore als die von Naby Keita (2.), Timo Werner (21./35.) und Marcel Sabitzer (79.) hätten herausspringen können. Es war dennoch genug, um den amtierenden Champion zu kitzeln.

"Wir haben neben Dortmund einen zweiten Feind, den wir jetzt attackieren können", rief Uli Hoeneß nach seiner erneuten Wahl zum Bayern-Präsidenten in München den Mitgliedern bei der Jahreshauptversammlung zu. Hoeneß schwächte "Feind" später zu "Rivale" ab, es soll nicht ums Persönliche gehen, nur ums Sportliche, da aber ist die Botschaft klar: "Es ist höchste Zeit, dass mal wieder ein paar kommen, damit wir sie richtig bekämpfen können."

RB wird wöchentlich stärker

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Am 21. Dezember kommt es in München zum Showdown, und es ist äußerst wahrscheinlich, dass RB mit breiter Brust anreisen wird. "Wir sind hungrig und wollen immer weitermachen", sagte Abwehrspieler Benno Schmitz. Der überragende Werner meinte: "Wenn man als Aufsteiger so weit oben steht, kann man mit viel Selbstvertrauen auftreten. Angst ist dann fehl am Platz, wir spielen immer mit dem nötigen Mut."

Zudem scheint es so, dass die Mannschaft sowohl in ihrer Geschlossenheit als auch in ihrer individuellen Klasse wöchentlich stärker wird. "Erfolgserlebnisse helfen einfach enorm, um zu wachsen", erklärte Hasenhüttl, der "ein gutes Gesamtkonzept aus dem Vorjahr noch einmal besser machen" wollte.

Im Vorjahr, da hatten die Freiburger Leipzig besiegt und standen vor ihnen in der Zweitliga-Tabelle, am Ende der Saison vor dem finanzstarken Rivalen gar den Aufstieg geschafft. "Jetzt ist Leipzig aber in völlig anderen Sphären", lobte SC-Trainer Christian Streich: "Das ist großartig. Mit unendlichen Möglichkeiten muss man erstmal Unendliches schaffen."

Statistisch betrachtet gerät die Sensation immer mehr in Reichweite: Von zehn Mannschaften, die zu diesem Zeitpunkt der Saison 30 Punkte gesammelt hatten, wurden sieben am Ende Meister.

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