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Wolfram Eilenberger sieht Parallelen zwischen Uli Hoeneß und Donald Trump
Wolfram Eilenberger sieht Parallelen zwischen Uli Hoeneß und Donald Trump © Getty Images

Ist der Sport schuld am Aufstieg von Donald Trump? Der Philosoph Wolfram Eilenberger zieht provokante Parallelen zu Uli Hoeneß, Watzke und Mateschitz.

Wird Donald Trump von seinen Wählern aus denselben Gründen verehrt wie Uli Hoeneß von den Fans des FC Bayern?

Der Philosoph Wolfram Eilenberger ist dieser Meinung: In seiner Zeit-Kolumne gibt er dem Sport eine Mitschuld an der Wahl des umstrittenen US-Präsidenten.

"Der Sport feiert ungebrochen die Macho-Kultur", meint der sportaffine Denker - und blickt im Zuge dieser Analyse auch kritisch auf die mächtigen Männer im deutschen Fußball.

Dr. Wolfram Eilenberger war zu Gast im Volkswagen Doppelpass
Wolfram Eilenberger ist promovierter Philosoph mit einem Faible für Sport © SPORT1

Trump- und Hoeneß-Fans haben "gleichen Geist"

"Machen wir nur die Augen auf: Die Habitus-Differenzen zwischen Donald Trump und Hans-Joachim Watzke oder Dietrich Mateschitz sind so riesig nicht", schreibt Eilenberger über den BVB-Geschäftsführer und den Mäzen von RB Leipzig: "Und ist die Sehnsucht des glühenden Bayern-Fans nach einer Rückkehr von Uli Hoeneß nicht klar vom gleichen Geist getragen wie die Sehnsucht des gemeinen Trump-Wählers in den USA?"

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Die provokante Parallele, die Eilenberger zieht: "Daddy mag charakterlich nicht einwandfrei sein und Hunderte Millionen an Steuern hinterziehen, aber Daddy ist dafür eben authentisch! Vor allem aber weiß er, wie das Business wirklich läuft. Nicht zuletzt ist er einer von uns. Weil wir nämlich auch gerne so wären wie er!"

"Sport ist Teil des Problems"

Generell gibt Eilenberger in seiner Polemik dem Sport die "kulturelle Hauptschuld" am Phänomen Trump.

Dieses stehe für "den Sieg eines Macher-und Macho-Habitus gegenüber dem lästigen Verfahrenskleinklein demokratischer Institutionen".

Donald Trump gewann die US-Präsidentenwahl gegen Hillary Clinton
Donald Trump gewann die US-Präsidentenwahl gegen Hillary Clinton © Getty Images

Stelle man sich die Frage, "wo in unserer Gesellschaft das Phantasma "heroischer Männlichkeit" weiterhin quicklebendig, ja ausgesprochen erwünscht ist, wo es tagtäglich gefeiert und in seiner Wirksamkeit verkörpert wird, dann im Leistungssport".

Eilenbergers Fazit: Der Sport "ist Teil des Problems, für das Trumps Erfolg steht, keinesfalls Lösung oder gar Therapie".

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