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Hamburger SV General Assembly
Joachim Hilke wird seinen Vertrag beim HSV nicht erfüllen © Getty Images

Der Aufsichtsrats-Chef des Hamburger SV gibt zu, dass Investor Kühne die Lust am HSV verlieren könnte. Der Marketing-Vorstand wirft vorzeitig die Brocken hin.

Nach den gescheiterten Verhandlungen bei der Suche nach einem neuen Sportchef hat Hamburgs Aufsichtsrats-Chef Karl Gernandt Vorstandschef Dietmar Beiersdorfer unter Druck gesetzt.

"Wir haben den Vorstand intensiv gebeten, die Suche und Auswahl des Sportdirektors in einer professionellen Art und Weise zu betreiben, damit wir in der Außendarstellung nicht immer in ein öffentliches Pingpongspiel geraten", sagte Gernandt. Nach dem desaströsen Saisonstart stehe fest: "Wir brauchen dringend einen Sportdirektor, der die Manpower in der Zusammenarbeit zwischen der Mannschaft und dem Trainer intensiv und 24 Stunden am Tag abdeckt."

Beim noch sieglosen HSV "brennt die Hütte lichterloh", sagte Gernandt, der erste Abstieg der Vereinsgeschichte müsse unbedingt verhindert werden: "Deswegen bin ich jetzt auch zu jedem Risiko bereit, auch zu finanziellen Risiken. Jeder weiß: Nichts ist teurer als der Abstieg." Der Absturz in die Zweitklassigkeit wäre "eine Katastrophe. Wir dürfen nicht zulassen, dass die Bundesligazeit des HSV abläuft."

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Kühne könnte Lust am HSV verlieren

Zudem räumte Gernandt ein, dass der umstrittene Investor Klaus-Michael Kühne in der Krise die Lust am Tabellenletzten der Bundesliga verlieren könnte.

Das scheint auch Marketing-Vorstand Joachim Hilke zu befürchten. Wie die Norddeutschen bestätigten, wird der 49-Jährige den krisengeschüttelten Klub vorzeitig zum Jahresende verlassen. Der noch bis zum 30. Juni 2018 laufende Vertrag Hilkes wird aufgelöst.

"Die letzten drei Jahre waren insgesamt sehr intensiv und haben insbesondere in meinem privaten Umfeld Spuren hinterlassen", wird der Wirtschaftsmanager in einer Mitteilung des Vereins zitiert.

Es sei ein schwieriges Unterfangen, den milliardenschweren Unternehmer für den Krisen-Klub neu zu motivieren, sagte Gernandt dem Hamburger Abendblatt. Trotzdem glaubt Gernandt, dass Kühne den HSV weiter unterstützen wird.

"Um es noch einmal klar zu sagen: Herr Kühne hat dem HSV nie geholfen, um damit Geld zu verdienen. Er hat das immer getan als Hamburger. Der HSV ist seine emotionale Heimat", sagte Gernandt, der im Hauptberuf Verwaltungsrats-Präsident des Logistik-Unternehmens "Kühne+Nagel" ist: "Diese Verbindung hat uns in die Lage versetzt, uns in diesen schwierigen Zeiten zu stabilisieren und auf dem Transfermarkt Möglichkeiten zu eröffnen, die leider im Ergebnis nicht gut gewesen sind. Unser Ziel muss also lauten, dass uns Herr Kühne in seiner generösen Unterstützung für den HSV nicht abhandenkommt."

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